So wie vermutlich jeder das Gefühl kennt, Schmetterlinge im Bauch zu haben, weiß im Umkehrschluss wahrscheinlich auch jeder, was es bedeutet, wenn einem der „Stress auf den Magen schlägt“. Gerade als Betroffener einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CED) solltest du ein besonderes Augenmerk auf stressreduzierende Maßnahmen legen: Eine zunehmende Anzahl von Studien betont den negativen Einfluss von Stress auf den Verlauf einer CED. Eine bewusstere Lebensführung und gesteigerte Achtsamkeit kann dir langfristig helfen gesünder zu leben.

Kopf und Bauch – ein Wechselspiel

Unsere Verdauungsorgane sind umgeben von einem komplexen Geflecht aus Nervenzellen, die in ihrer
Anzahl die Nerven des Rückenmarks um das vier- bis fünffache übertreffen. Das sogenannte enterische
Nervensystem, aufgrund seiner Größe umgangssprachlich auch als „zweites Gehirn“ bezeichnet, sorgt
dafür, dass Kopf und Bauch unentwegt miteinander kommunizieren. Über die Darm-Hirn-Achse werden
Signale von und zu unserem Gehirn geleitet, die den Verdauungsprozess regulieren. Sind wir glücklich und
entspannt, werden wir von unserem Bauch keine störenden Signale empfangen. Auf Anspannung und
Stress wiederum reagiert unsere Verdauung mit Bauchschmerzen, Krämpfen, Sodbrennen, Darmreizungen
oder Durchfall. Weitere Hintergründe dazu, wie sich Stress auf den Darm auswirken kann, findest du auch
im Artikel Was, wenn Stress den Darm zusätzlich belastet?.

Stressabbau durch Ruhephasen

Als CED-Betroffener solltest du daher stets darauf achten, das Maß an psychischer Belastung und
Anspannung gering zu halten. Um dem Alltagsstress zu entfliehen, sind neben ausreichendem Schlaf und
Ruhephasen auch eine möglichst regelmäßige sportliche Betätigung förderlich. In einer Studie konnte
beispielsweise gezeigt werden, dass ein dreimal wöchentliches, 30-minütiges Walking-Programm bei
CED-Betroffenen zu einer Reduktion von Stress, Ängsten und Depressionen führen kann. Die
Probanden zeigten eine verbesserte Körperwahrnehmung, was zu einem verbesserten Allgemeinzustand
sowie zu einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit führte. Auch Entspannungsübungen wie Yoga, Meditation
oder autogenes Training können den Stressabbau unterstützen, weitere Infos erhältst du hier
Entspannungsübungen bei CED: Dem stressigen Alltag entfliehen. Um einen besseren Umgang mit physischen und / oder psychischen Belastungen zu erlernen, kann ein
zusätzliches Achtsamkeitstraining hilfreich sein.

Achtsamkeit als Schlüssel für mehr Wohlbefinden

Immer häufiger liest man in Zusammenhang mit dem Thema Stress den Begriff Achtsamkeit – doch was
verbirgt sich eigentlich hinter diesem vermeintlichen Modewort? Aus dem Buddhismus stammend hilft die
Achtsamkeits-basierte Stressreduktion dabei, unseren Alltag zu entschleunigen, die Psyche zu stärken und
Stress zu reduzieren. Bewusst Leben, Fühlen oder Essen zählt dabei zu den Grundintegralen der
Achtsamkeit. Programme zur Achtsamkeits-basierten Stressreduktion ermöglichen es dir, Achtsamkeit zu
erlernen, um dich von Anspannungen und Alltagsbelastungen zu lösen. Solche Programme beinhalten etwa
die Durchführung und Übung meditativer Praktiken, Trainings zur Steigerung kognitiver Fähigkeiten oder
Erfahrungsaustausche in gemeinsamen Diskussionsrunden.


Dies mag esotherisch klingen, zeigt aber Wirkung. Verschiedene Forschungsergebnisse zeigen, dass
Achtsamkeits-basierte kognitive Therapien Stress und psychische Belastungen bei CED-Betroffenen
reduzieren und zu einer Verbesserung der Lebensqualität beitragen.


Also, achtet auf euch!

Zuletzt aktualisiert: 17.08.2020

/node/763Im zweiten Teil der Reihe „Elternsein #TrotzCED“ betrachten wir vor allem das familiäre Umfeld der Protagonistin dieses Artikels Ellen. Von ihr wollten wir erfahren, wie ihre Tochter mit ihrer Erkrankung umgeht und wie sie sie dabei unterstützt. Ellen ist Mutter und ist von einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CED) betroffen. Nach der Geburt ihrer Tochter, erhielt sie die Diagnose Colitis ulcerosa. Darauf folgten ein mehrjähriger Schub, diverse Krankenhausaufenthalte und die Entfernung des Dickdarms.

„Unsichtbare Erkrankungen“, dazu zählen auch chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, sind für Außenstehende oftmals nicht auf den ersten (oder zweiten) Blick erkennbar. Nichtsdestoweniger nimmt CED einen großen Einfluss auf das alltägliche Leben von Betroffenen. Davon kann das Berufsleben natürlich nicht ausgeklammert werden. Gerade in einer Schubphase kann es beispielsweise zu vermehrten Krankheitstagen kommen. Eine zusätzliche Belastung kann dabei entstehen, wenn Kollegen*innen und Arbeitgeber*innen nicht über den Hintergrund, also deine CED, Bescheid wissen.

Ellen Helfrich hat eine kleine Tochter – und Colitis ulcerosa. Die Diagnose bekam sie erst nach der Schwangerschaft. Es folgt ein mehrjähriger Schub, verschiedene Krankenhausaufenthalte und letztendlich die Entfernung des Dickdarms. Und das alles mit einem Baby bzw. Kleinkind. In Teil 1 unserer Reihe „Elternsein #TrotzCED“ erzählt Ellen im Interview über Herausforderungen, Alltag sowie Extremsituationen als Mutter mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CED).

/node/763Im zweiten Teil der Reihe „Elternsein #TrotzCED“ betrachten wir vor allem das familiäre Umfeld der Protagonistin dieses Artikels Ellen. Von ihr wollten wir erfahren, wie ihre Tochter mit ihrer Erkrankung umgeht und wie sie sie dabei unterstützt. Ellen ist Mutter und ist von einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CED) betroffen. Nach der Geburt ihrer Tochter, erhielt sie die Diagnose Colitis ulcerosa. Darauf folgten ein mehrjähriger Schub, diverse Krankenhausaufenthalte und die Entfernung des Dickdarms.

„Unsichtbare Erkrankungen“, dazu zählen auch chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, sind für Außenstehende oftmals nicht auf den ersten (oder zweiten) Blick erkennbar. Nichtsdestoweniger nimmt CED einen großen Einfluss auf das alltägliche Leben von Betroffenen. Davon kann das Berufsleben natürlich nicht ausgeklammert werden. Gerade in einer Schubphase kann es beispielsweise zu vermehrten Krankheitstagen kommen. Eine zusätzliche Belastung kann dabei entstehen, wenn Kollegen*innen und Arbeitgeber*innen nicht über den Hintergrund, also deine CED, Bescheid wissen.

Ellen Helfrich hat eine kleine Tochter – und Colitis ulcerosa. Die Diagnose bekam sie erst nach der Schwangerschaft. Es folgt ein mehrjähriger Schub, verschiedene Krankenhausaufenthalte und letztendlich die Entfernung des Dickdarms. Und das alles mit einem Baby bzw. Kleinkind. In Teil 1 unserer Reihe „Elternsein #TrotzCED“ erzählt Ellen im Interview über Herausforderungen, Alltag sowie Extremsituationen als Mutter mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CED).