Den Calprotectin-Wert einfach von zuhause messen. Das geht nicht? Prof. Dr. Dr. Jürgen Stein, Frankfurt am Main, stellte beim Fachkongress der DGVS 2017 einen Smartphone-basierten Calprotectin-Test zur Eigenanwendung vor. Dieser telemedizinische Ansatz wird im Rahmen einer Anwendbarkeitsstudie untersucht.

Calprotectin ist ein Marker im Stuhl, der die Entzündungsaktivität des unteren Dünndarms und des Dickdarms abbildet. Eine Beobachtung des Wertes ist fester Bestandteil des Screenings bei chronischentzündlichen Darmerkrankungen (CED) und gibt Aufschluss über die Therapieeffizienz. Normalerweise ist die Bestimmung sehr aufwändig: Betroffene mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa entnehmen zuhause eine Stuhlprobe, senden sie an den Arzt oder das Labor und müssen auf das Ergebnis meist mehrere Tage warten.

Entzündungswert bei Crohn und Colitis direkt bestimmen

Durch den Smartphone-basierten Calprotectin-Test zur Eigenanwendung kann die Stuhlprobe zuhause direkt in einem Proberöhrchen mit einer Lösung vermischt werden. Dieses wird dann auf eine Testkassette mit Entwicklerlösung übertragen. Ähnlich wie bei einem Schwangerschaftstest erscheinen nach kurzer Zeit Streifen in einem Fenster: Je stärker die Entzündung, d. h. je höher der Calprotectin- Wert, desto stärker ihre Farbintensität. Diese Streifen werden mit dem Handy abfotografiert, über eine Software ausgewertet und das Ergebnis auf dem Smartphone angezeigt. Die Daten werden in einer Cloud gespeichert bzw. dann an den behandelnden Arzt weitergegeben. So erkennt der Betroffene schnell, ob ein Arztbesuch notwendig wird. Natürlich ist es dabei wichtig, dass der Messvorgang durch die Patienten gut und sicher durchgeführt wird, doch dann sind die Messungen in der Regel sehr verlässlich.

Wie oft ist eine solche Messung notwendig? Prof. Stein rät in Remission zu einer Messung in drei Monaten. Bekommt ein Betroffener plötzlich Beschwerden, kann auch kurzfristig ein Test gemacht und darauf basierend gegebenenfalls eine Untersuchung vorgezogen werden. Ansonsten eignen sich die Tests auch als Diskussionsgrundlage für den Arzttermin, wenn sie ca. eine Woche vor dem Arztgespräch durchgeführt werden. Alles zum Calprotectin-Test erklärt Prof. Stein auch in unserem Video.

Zuletzt aktualisiert: 28.07.2020

„Unsichtbare Erkrankungen“, dazu zählen auch chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, sind für Außenstehende oftmals nicht auf den ersten (oder zweiten) Blick erkennbar. Nichtsdestoweniger nimmt CED einen großen Einfluss auf das alltägliche Leben von Betroffenen. Davon kann das Berufsleben natürlich nicht ausgeklammert werden. Gerade in einer Schubphase kann es beispielsweise zu vermehrten Krankheitstagen kommen. Eine zusätzliche Belastung kann dabei entstehen, wenn Kollegen*innen und Arbeitgeber*innen nicht über den Hintergrund, also deine CED, Bescheid wissen.

Ellen Helfrich hat eine kleine Tochter – und Colitis ulcerosa. Die Diagnose bekam sie erst nach der Schwangerschaft. Es folgt ein mehrjähriger Schub, verschiedene Krankenhausaufenthalte und letztendlich die Entfernung des Dickdarms. Und das alles mit einem Baby bzw. Kleinkind. In Teil 1 unserer Reihe „Elternsein #TrotzCED“ erzählt Ellen im Interview über Herausforderungen, Alltag sowie Extremsituationen als Mutter mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CED).

Vergleichbar mit jeder anderen Geschäftsbeziehung gilt auch im Falle der vertraglich geregelten Erbringung von Gesundheitsleistungen das Prinzip der Leistungsvergütung. An diesem Punkt kommen die Krankenkassen ins Spiel. In diesem Spezial findest du Infos zu den Rechten und Pflichten des gesetzlich und privat versicherten Patienten und erfährst, was du beispielsweise im Falle einer Ablehnung durch Krankenkassenbescheid tun kannst.

„Unsichtbare Erkrankungen“, dazu zählen auch chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, sind für Außenstehende oftmals nicht auf den ersten (oder zweiten) Blick erkennbar. Nichtsdestoweniger nimmt CED einen großen Einfluss auf das alltägliche Leben von Betroffenen. Davon kann das Berufsleben natürlich nicht ausgeklammert werden. Gerade in einer Schubphase kann es beispielsweise zu vermehrten Krankheitstagen kommen. Eine zusätzliche Belastung kann dabei entstehen, wenn Kollegen*innen und Arbeitgeber*innen nicht über den Hintergrund, also deine CED, Bescheid wissen.

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