Diagnose der Colitis ulcerosa

Wenn der Verdacht auf Colitis ulcerosa besteht, stellt der Arzt die Diagnose anhand einer Kombination von Anamnese (Gespräch zur Krankengeschichte), körperlicher Untersuchung, Laborwerten aus Blut- und Stuhlproben, bildgebenden Verfahren wie Endoskopie und Ultraschall und histologischen Befunden (Ergebnisse von Gewebeproben, die mikroskopisch untersucht wurden).

Folgende Methoden stehen dem Arzt für die Diagnostik zur Verfügung:

  • Anamnese
    Hier wird zunächst die Krankengeschichte abgeklärt. Der Arzt fragt u.a nach familiärer Veranlagung, Ernährungsgewohnheiten, Schmerzen, Suchtverhalten und Lebensmittelunverträglichkeiten, um weitere Ursachen einer Durchfallerkrankung auszuschließen.

  • Körperliche Untersuchung
    Der Arzt untersucht hierzu meistens Körpergröße, Gewicht, Puls, Blutdruck und Temperatur sowie Veränderungen der Haut und der Augen. Eine Untersuchung des Enddarms erfolgt spätestens bei einer Darmspiegelung. Außerdem tastet er die Bauch- und Unterbauchgegend ab. Bei Colitis ulcerosa reagieren viele Patienten mit Schmerz bei Druck auf den Unterbauch, vor allem im linken Bereich.

  • Darmspiegelung (Koloskopie)
    Eine Darmspiegelung ist eine sehr wichtige Untersuchung zur Diagnose der Colitis ulcerosa bzw. zur Beurteilung des Darms. Sie sollte für Patienten mit ungeklärten Bauchschmerzen und Durchfällen zur Diagnostik gehören, um eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung nachweisen oder ausschließen zu können.

  • Stuhluntersuchung
    Stuhlproben sollten auf die häufigsten Erreger untersucht werden. Dazu gehören Campylobacter spp., Escherichia coli (0157:H7) und Clostridium difficile- Toxin A und B. In manchen Fällen können spezielle Untersuchungen sinnvoll sein, wie eine Stuhlmikroskopie oder eine Diagnostik auf Amöben oder andere Parasiten. Das Leukozytenprotein Calprotectin und das C-reaktive Protein (CRP) dienen vor allem der Verlaufskontrolle der Erkrankung und unterstützen die Aussage über einen entzündlichen Prozess im Darm.

  • Blutuntersuchung
    Bei Verdacht auf Colitis ulcerosa werden neben dem Blutbild der Eisenhaushalt, der Entzündungsstatus, Nierenfunktion und Leberwerte (Transaminasen und Cholesteraseparameter) überprüft. Ein Anstieg der weißen Blutkörperchen oder Entzündungsmarker sind im Rahmen dieser Erkrankung mögliche Messwerte. Es gibt jedoch keine Blutwerte, die eine Colitis ulcerosa mit absoluter Sicherheit bestätigen können.

  • Ultraschalluntersuchung
    Die Ultraschalluntersuchung des Bauchraums kann Entzündungen im Bereich des Dickdarms erkennen, es lässt sich mit dieser Untersuchungstechnik aber nicht mit Sicherheit sagen, ob es sich dabei um eine Colitis ulcerosa oder um eine andere Darmentzündung handelt.

  • Röntgen-, CT oder MRT-Aufnahmen
    Röntgen- und MRT-Aufnahmen können sowohl die Schleimhautbeschaffenheit als auch die Ausdehnung der Colitis erfassen. Wenn beispielsweise eine Darmspiegelung aufgrund einer Einengung (Kolonstenose) nicht gut möglich ist, sollte, zusätzlich zur Gewebeentnahme im Zuge der Darmspiegelung, eine Computertomographie- oder eine MRT-Untersuchung durchgeführt werden. Beide Maßnahmen dienen dazu auszuschließen, dass eine bösartige Veränderung (Tumor) vorliegt.

Zuletzt aktualisiert: 05.05.2020