Diese Situation kennt jeder: Die Nase läuft, der Hals kratzt und die Glieder schmerzen. Alles Hinweise einer Erkältung. Natürlich weiß man, dass Bettruhe die einzig richtige Entscheidung wäre. Denn Erholung führt nicht nur schneller zu einer Genesung, sondern verhindert auch die Ansteckungsgefahr für die Arbeitskollegen. Dennoch rafft man sich vielmals auf, ignoriert die Krankheit und schleppt sich zur Arbeit. Bei chronischen Erkrankungen, wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, ist Arbeiten trotz Krankheit ein Dauerzustand. Deshalb steht man als Betroffener oft vor der Entscheidung: Mit Beschwerden zur Arbeit gehen oder es besser sein lassen?

Arbeiten trotz Krankheit: Mit CED ein Dauerzustand

Wenn es dir schlecht geht, dann ist das ein Zeichen deines Körpers dafür, dass er Ruhe benötigt. Und da der Arbeitsplatz in der Regel keine Ruhezone ist, sollte bei kräftigen Beschwerden ein Gang zurückgeschaltet werden. Das ist vor allem für dich mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa von Bedeutung. Mit einem akuten Schub ist eben nicht zu spaßen. Er schränkt dich in deinem Alltag und Berufsleben erheblich ein. Deswegen solltest du auf die Anzeichen deiner Erkrankung hören und nicht auf dein schlechtes Gewissen.

Wenn dich das schlechte Gewissen plagt

Was denken meine Arbeitskollegen von mir? Jetzt müssen sie schon wieder für mich einspringen. Wie lange duldet der Chef noch meine Fehltage? Kann ich meinen Beruf nach einer so langen Auszeit überhaupt noch ausüben? Sich diese Fragen zu stellen, zeugt von Pflichtbewusstsein, Empathie und natürlich auch ein wenig Angst. Doch Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind nun einmal chronische Erkrankungen, die dich oftmals dein ganzes Leben begleiten werden. Das sollten du und auch dein Chef akzeptieren. Solange du nicht mit negativen Folgen rechnen musst, ist es empfehlenswert, deinen Vorgesetzten ins Vertrauen zu ziehen. Entscheide dabei selbst, welche Informationen du weitergeben möchtest und welche nicht, denn verpflichtet bist du dazu nicht. Vielleicht findet ihr gemeinsam ja sogar eine Möglichkeit, wie die Arbeit im Homeoffice erledigt oder dir dein Berufsalltag mit flexiblen Arbeitszeiten erleichtert werden kann. Natürlich fällt es einem nicht leicht, mehr Fehltage als die Kollegen verzeichnen zu müssen. Aber deinem Arbeitgeber könnten auch Nachteile entstehen, wenn du deinen Beruf wegen Schmerzen mit verminderter Leistung und Konzentration ausübst.

Krank zur Arbeit: Mögliche Nachteile, auch für das Unternehmen

Das Arbeiten trotz Krankheit nennt sich im Fachjargon Präsentismus. In zwei repräsentativen Umfragen gaben rund zwei Drittel der Befragten in Deutschland an, dass sie im Vorjahr zur Arbeit gegangen sind, obwohl sie sich krank gefühlt haben, ein Drittel tat dies sogar gegen den Rat des Arztes.1 Wie der Absentismus (krankheitsbedingte Fehlzeiten), stellt auch der Präsentismus einen großen Kostenfaktor für Unternehmen und die Gesellschaft dar.2

Die Gründe dafür könnten u. a. folgende sein:

  • Die Produktivität nimmt ab, da die Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist.2 Das kann zu Mehraufwand und somit zu Mehrkosten führen, wenn z. B. Arbeiten langsamer erledigt werden, Fehler behoben oder Arbeiten wiederholt werden müssen.
  • Betriebsunfälle können häufiger vorkommen, weil die Konzentrationsfähigkeit geringer ist.3 Somit kann es letztendlich doch noch zur Krankschreibung kommen und deine Arbeitskraft fehlt dem Unternehmen. Es entstehen ihm zudem direkte Kosten durch Lohnfortzahlungen.
  • Durch die fehlende Erholung kann sich langfristig das Risiko für die Entwicklung weiterer Erkrankungen erhöhen.2 Die Folgen können häufigere und längere Krankschreibungen sein.

Also merke: Wenn dir deine chronisch-entzündliche Darmerkrankung so starke Probleme bereitet, dass deine Gesundheit und auch dein Beruf leiden, ist eine Krankschreibung oftmals der bessere Weg. So gibst du deinem Körper die Möglichkeit zur Erholung und verhinderst stressige Situationen, die zusätzliche Beschwerden hervorrufen können. Dein Wohlergehen geht vor!

Erfahre mehr über Beruf und Ausbildung #TrotzCED und finde in unserem Ratgeber „Tipps und Tricks für den Umgang mit CED im Alltag“ heraus, wie andere Betroffene mit diesem Thema umgehen.

  1. Zok K. Gesundheitsprobleme von Arbeitnehmern und ihr Verhalten im Krankheitsfall – Ergebnisse aus zwei Repräsentativumfragen unter GKV Mitgliedern. WIdOmonitor 2008; 5: 1-7.

  2. Steinke M. et al. Präsentismus. Ein Review zum Stand der Forschung. 1. Aufl. Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. 2011.

  3. https://www.asu-arbeitsmedizin.com/Archiv/ASU-Heftarchiv/article-736839-110576/praesentismus-ein-unterschaetzter-kostenfaktor-.html (Letzter Aufruf: Januar 2018)

Zuletzt aktualisiert: 28.07.2020

/node/763Im zweiten Teil der Reihe „Elternsein #TrotzCED“ betrachten wir vor allem das familiäre Umfeld der Protagonistin dieses Artikels Ellen. Von ihr wollten wir erfahren, wie ihre Tochter mit ihrer Erkrankung umgeht und wie sie sie dabei unterstützt. Ellen ist Mutter und ist von einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CED) betroffen. Nach der Geburt ihrer Tochter, erhielt sie die Diagnose Colitis ulcerosa. Darauf folgten ein mehrjähriger Schub, diverse Krankenhausaufenthalte und die Entfernung des Dickdarms.

„Unsichtbare Erkrankungen“, dazu zählen auch chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, sind für Außenstehende oftmals nicht auf den ersten (oder zweiten) Blick erkennbar. Nichtsdestoweniger nimmt CED einen großen Einfluss auf das alltägliche Leben von Betroffenen. Davon kann das Berufsleben natürlich nicht ausgeklammert werden. Gerade in einer Schubphase kann es beispielsweise zu vermehrten Krankheitstagen kommen. Eine zusätzliche Belastung kann dabei entstehen, wenn Kollegen*innen und Arbeitgeber*innen nicht über den Hintergrund, also deine CED, Bescheid wissen.

Ellen Helfrich hat eine kleine Tochter – und Colitis ulcerosa. Die Diagnose bekam sie erst nach der Schwangerschaft. Es folgt ein mehrjähriger Schub, verschiedene Krankenhausaufenthalte und letztendlich die Entfernung des Dickdarms. Und das alles mit einem Baby bzw. Kleinkind. In Teil 1 unserer Reihe „Elternsein #TrotzCED“ erzählt Ellen im Interview über Herausforderungen, Alltag sowie Extremsituationen als Mutter mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CED).

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„Unsichtbare Erkrankungen“, dazu zählen auch chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, sind für Außenstehende oftmals nicht auf den ersten (oder zweiten) Blick erkennbar. Nichtsdestoweniger nimmt CED einen großen Einfluss auf das alltägliche Leben von Betroffenen. Davon kann das Berufsleben natürlich nicht ausgeklammert werden. Gerade in einer Schubphase kann es beispielsweise zu vermehrten Krankheitstagen kommen. Eine zusätzliche Belastung kann dabei entstehen, wenn Kollegen*innen und Arbeitgeber*innen nicht über den Hintergrund, also deine CED, Bescheid wissen.

Ellen Helfrich hat eine kleine Tochter – und Colitis ulcerosa. Die Diagnose bekam sie erst nach der Schwangerschaft. Es folgt ein mehrjähriger Schub, verschiedene Krankenhausaufenthalte und letztendlich die Entfernung des Dickdarms. Und das alles mit einem Baby bzw. Kleinkind. In Teil 1 unserer Reihe „Elternsein #TrotzCED“ erzählt Ellen im Interview über Herausforderungen, Alltag sowie Extremsituationen als Mutter mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CED).