„Unsichtbare Erkrankungen“, dazu zählen auch chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, sind für Außenstehende oftmals nicht auf den ersten (oder zweiten) Blick erkennbar. Nichtsdestoweniger nimmt CED einen großen Einfluss auf das alltägliche Leben von Betroffenen. Davon kann das Berufsleben natürlich nicht ausgeklammert werden. Gerade in einer Schubphase kann es beispielsweise zu vermehrten Krankheitstagen kommen. Eine zusätzliche Belastung kann dabei entstehen, wenn Kollegen*innen und Arbeitgeber*innen nicht über den Hintergrund, also deine CED, Bescheid wissen.

Offenheit am Arbeitsplatz

Rein rechtlich bist du grundsätzlich nicht dazu verpflichtet, deinem / deiner Arbeitgeber*in von deiner CED zu berichten, sollte deine Arbeit nicht direkt beeinflusst sein. Das bedeutet, du kannst selbst entscheiden wann, wie und wem du in deinem beruflichen Umfeld von deiner Erkrankung erzählen möchtest. Mehr Infos zu juristischen Aspekten bei CED findest du in unserer Reihe „Patientenrechte kompakt“ – der vierte Teil beschäftigt sich konkret mit dem Thema Ausbildung und Beruf.

Ungeachtet der rechtlichen Situation kann Offenheit am Arbeitsplatz dennoch positive Effekte auf dich und deine Erkrankung haben und möglicherweise auch das Arbeitsumfeld positiv beeinflussen. Untersuchungen zeigen, dass ein offener Umgang die Angst und den Stress, die durch das Verschweigen einer unsichtbaren Erkrankung wie CED hervorgerufen werden, lindern kann – auch am Arbeitsplatz. Allgemein gilt außerdem, dass Stress, Überstunden und Leistungsdruck sich negativ auf die CED auswirken und Schübe begünstigt werden können. Mit einem offenen Umgang mit deiner Erkrankung, gibst du deinem / deiner Arbeitgeber*in außerdem die Chance, auf deine Erkrankung zu reagieren und gegebenenfalls Anpassungen wie flexible Arbeitszeiten, einen Büroplatz näher an den Toiletten oder Home-Office-Lösungen zu schaffen.

Was tun?

Am Wichtigsten ist es, dass du dich mit der aktuellen Situation wohlfühlst – unabhängig davon, ob du deine besondere Situation offen ansprechen möchtest oder lieber (erstmal) darauf verzichtest. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, dein berufliches Umfeld einzuweihen: Du solltest also für dich persönlich entscheiden, welcher Weg für dich der Richtige ist. Ein paar Hilfestellungen / Tipps, die du bei deiner Entscheidung berücksichtigen kannst, findest du hier:

 

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Es gibt unterschiedliche Optionen, wann der richtige Zeitpunkt ist, deine Erkrankung zu teilen. Eine Möglichkeit besteht darin, dies direkt zum Antritt einer neuen Stelle oder sofort nach der Diagnose (solltest du bereits in einem festen Arbeitsverhältnis sein) anzusprechen. Bedenke aber: Rein rechtlich bist du nicht dazu verpflichtet, Auskünfte zu deiner gesundheitlichen Situation zu machen. Eine andere Herangehensweise wäre, dass du es von dem Verlauf deiner CED abhängig machst. So könntest du eventuell den nächsten Schub dazu nutzen, um deine CED bei Kolleg*innen anzusprechen und so gehäufte Toilettengänge und Beschwerden oder potentielle Fehltage zu erklären.

 

Wen spreche ich an?

Darüber hinaus solltest du dir auch überlegen, an wen du dich wendest. Dies kann mitunter stark von der Unternehmensstruktur und -kultur abhängig sein : Wie ist das Verhältnis zum / zur Chef*in? Gibt es eine Personalabteilung? Wie eng arbeitest du mit den Kollegen*innen zusammen? Gerade in kleineren Teams kann ein liebevolles Miteinander den offenen Umgang erleichtern, berichten Betroffene. In größeren Unternehmen ist es ggfs. eher ratsam, sich zuerst an die Personalabteilung oder den / die Vorgesetzte*n zu wenden. Besonders in diesem Punkt solltest du dich auf dein Bauchgefühl verlassen und individuell entscheiden.

 

Wie bereite ich mich vor? 

Wahrscheinlich wirst du sehr aufgeregt sein, wenn du dich dazu entschieden hast, deine CED im beruflichen Umfeld zu thematisieren. Daher kann es nicht schaden, wenn du dich auf das Gespräch vorbereitest. Überlege dir zum Beispiel, wie du die CED zusammenfassend beschreibst, damit dein Gegenüber ein besseres Verständnis für die Erkrankung entwickeln kann. Schließlich weißt du nicht, ob sie bereits von CED gehört haben und wie ihr Kenntnisstand konkret aussieht. Wenn du möchtest, kannst du auch kurz ein paar Worte zu deinem individuellen Krankheitsverlauf sagen, so kann sich dein / deine Ansprechpartner*in direkt ein Bild machen, wie die Erkrankung dich persönlich beeinflusst. Weiterhin könntest du dir beispielsweise bereits Gedanken machen, was dir den Arbeitsalltag mit CED erleichtern würde. Zum Beispiel flexible Arbeitszeiten, ein Schreibtisch näher an der Toilette oder weniger Dienstreisen – bedenke hier aber unbedingt, dass die Optionen mit deinem Job zu vereinbaren sind und dein Unternehmen sie potentiell umsetzen kann. Zum Schluss, gib deinem Gegenüber die Chance, Fragen zu stellen, sodass erste Bedenken aus dem Weg geräumt werden können.

Und vergiss nicht, Offenheit am Arbeitsplatz ist kein Muss! Du solltest deine CED nur ansprechen, wenn du dich dazu bereit fühlst. 

 

Zuletzt aktualisiert: 14.01.2021

Mit einer Häufigkeit von 34 Fällen pro einer Millionen Einwohner ist das Kurzdarmsyndrom (KDS) eine recht seltene Erkrankung. Doch was verbirgt sich dahinter? Und was hat das KDS mit Morbus Crohn (MC) zu tun? Lies weiter und erfahre mehr dazu in diesem Beitrag. Ein KDS tritt in der Regel auf, wenn größere Darmabschnitte chirurgisch entfernt werden müssen (auch als Resektion bezeichnet) und sich der Darm dadurch so sehr verkürzt, dass Nährstoffe und Flüssigkeit nicht mehr ausreichend aufgenommen werden können.

Die direkte Krankheitslast ist das eine, die mittelbaren Folgen das andere: Morbus Crohn und Colitis ulcerosa können über die Krankheitssymptome hinaus einen negativen Einfluss auf dein Wohlbefinden haben. Neben körperlichen und seelischen Begleiterkrankungen wie zum Beispiel Fisteln, Entzündungen an Wirbelsäule und Gelenken oder Depressionen, können finanzielle Herausforderungen Betroffene zusätzlich belasten. 

Mit einer Häufigkeit von 34 Fällen pro einer Millionen Einwohner ist das Kurzdarmsyndrom (KDS) eine recht seltene Erkrankung. Doch was verbirgt sich dahinter? Und was hat das KDS mit Morbus Crohn (MC) zu tun? Lies weiter und erfahre mehr dazu in diesem Beitrag. Ein KDS tritt in der Regel auf, wenn größere Darmabschnitte chirurgisch entfernt werden müssen (auch als Resektion bezeichnet) und sich der Darm dadurch so sehr verkürzt, dass Nährstoffe und Flüssigkeit nicht mehr ausreichend aufgenommen werden können.

Die direkte Krankheitslast ist das eine, die mittelbaren Folgen das andere: Morbus Crohn und Colitis ulcerosa können über die Krankheitssymptome hinaus einen negativen Einfluss auf dein Wohlbefinden haben. Neben körperlichen und seelischen Begleiterkrankungen wie zum Beispiel Fisteln, Entzündungen an Wirbelsäule und Gelenken oder Depressionen, können finanzielle Herausforderungen Betroffene zusätzlich belasten.