Schwerbehindertenausweis bei Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa? Was zunächst abwegig klingen mag, kann für Betroffene eine sinnvolle Hilfeleistung und ein Ausgleich für die durch die chronische Erkrankung verursachten Einschränkungen im Privat- und Berufsleben sein. Wir erklären dir hier kurz und knapp, welche Vergünstigungen und Vorteile durch einen Schwerbehindertenausweis möglich sind und wie und wo er beantragt wird.

Nachteilsausgleich bei besonders schwerem Verlauf

Je nach Schwere der CED kann der Krankheitsverlauf dein Privat- und Berufsleben erheblich beeinflussen. Deshalb gibt es für Betroffene, die unter besonders schweren Auswirkungen leiden, die Möglichkeit, einen Schwerbehindertenausweis zu beantragen. Dieser ermöglicht es, bestimmte Leistungen und Vergünstigungen, sogenannte Nachteilsausgleiche, in Anspruch zu nehmen. Dazu zählen beispielsweise:

• Übernahme von Reise-, Wohn-, Prüfungs-, Haushaltshilfe- oder Kinderbetreuungskosten,

• Erhaltung oder Erlangung eines behindertengerechten Arbeitsplatzes,

• Zusatzurlaub, Reduzierung der Wochenarbeitszeit und Freistellung von Mehrarbeit,

• besonderer Kündigungsschutz,

• Steuerfreibeträge.

Ob du Anspruch auf einen Schwerbehindertenausweis hast, hängt vom Ausmaß der durch die CED verursachten Einschränkungen ab. Dafür muss zunächst der Grad der Behinderung (GdB) ermittelt werden, der zwischen 20 und 100 liegen kann. Als schwerbehindert gelten Personen mit einem GdB von mindestens 50. Was viele nicht wissen: Unter bestimmten Voraussetzungen können auch Menschen mit einem GdB von 30 schwerbehinderten Menschen gleichgestellt werden. Nähere Informationen hierzu erhältst du bei der  Agentur für Arbeit.

Der Weg zum Ausweis

Verantwortlich für die Ermittlung des GdB ist das Versorgungsamt. Deinen Antrag musst du also dort stellen. Das Versorgungsamt hält sich bei der Einschätzung an die „Versorgungsmedizinischen Grundsätze“. Grundsätzlich geht es bei der Feststellung der Behinderung aber nicht darum, welche Erkrankung vorliegt, sondern wie stark sie dich im Alltag einschränkt. Daher solltest du beim Beantragen darauf achten, dass du ein aussagekräftiges Bild deiner Beschwerden und Einschränkungen vermittelst. Hierbei helfen können dir neben deinen persönlichen Schilderungen zu den Belastungen auch ärztliche Gutachten und Berichte von Rehabilitationseinrichtungen. Am besten du setzt dich im Vorfeld mit deinem behandelnden Arzt zusammen, um den Antrag zu besprechen. Denn je genauer die Beeinträchtigungen beschrieben werden, desto wahrscheinlicher ist es, dass der Schwerbehindertenausweis bewilligt wird. Der Schwerbehindertenausweis wird für maximal 5 Jahre ausgestellt. Sofern die Einschränkungen weiterhin vorliegen, kann er auch über diesen Zeitraum hinaus verlängert werden. Haben sich die Beschwerden verbessert, kann der GdB auch gesenkt werden und so der Anspruch auf den Ausweis verloren gehen.

Einen Schwerbehindertenausweis zu beantragen ist keine Schande. Es ist einfach eine faire und gesetzlich geregelte Leistung, die dir zusteht, wenn du die Voraussetzungen für die Ausstellung erfüllst! Du kannst nichts dafür, dass dir die chronische Erkrankung das Leben schwermacht. Daher ist es nur gerecht, dafür einen Ausgleich zu erhalten.

Zuletzt aktualisiert: 18.05.2020

„Unsichtbare Erkrankungen“, dazu zählen auch chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, sind für Außenstehende oftmals nicht auf den ersten (oder zweiten) Blick erkennbar. Nichtsdestoweniger nimmt CED einen großen Einfluss auf das alltägliche Leben von Betroffenen. Davon kann das Berufsleben natürlich nicht ausgeklammert werden. Gerade in einer Schubphase kann es beispielsweise zu vermehrten Krankheitstagen kommen. Eine zusätzliche Belastung kann dabei entstehen, wenn Kollegen*innen und Arbeitgeber*innen nicht über den Hintergrund, also deine CED, Bescheid wissen.

Ellen Helfrich hat eine kleine Tochter – und Colitis ulcerosa. Die Diagnose bekam sie erst nach der Schwangerschaft. Es folgt ein mehrjähriger Schub, verschiedene Krankenhausaufenthalte und letztendlich die Entfernung des Dickdarms. Und das alles mit einem Baby bzw. Kleinkind. In Teil 1 unserer Reihe „Elternsein #TrotzCED“ erzählt Ellen im Interview über Herausforderungen, Alltag sowie Extremsituationen als Mutter mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CED).

Vergleichbar mit jeder anderen Geschäftsbeziehung gilt auch im Falle der vertraglich geregelten Erbringung von Gesundheitsleistungen das Prinzip der Leistungsvergütung. An diesem Punkt kommen die Krankenkassen ins Spiel. In diesem Spezial findest du Infos zu den Rechten und Pflichten des gesetzlich und privat versicherten Patienten und erfährst, was du beispielsweise im Falle einer Ablehnung durch Krankenkassenbescheid tun kannst.

„Unsichtbare Erkrankungen“, dazu zählen auch chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, sind für Außenstehende oftmals nicht auf den ersten (oder zweiten) Blick erkennbar. Nichtsdestoweniger nimmt CED einen großen Einfluss auf das alltägliche Leben von Betroffenen. Davon kann das Berufsleben natürlich nicht ausgeklammert werden. Gerade in einer Schubphase kann es beispielsweise zu vermehrten Krankheitstagen kommen. Eine zusätzliche Belastung kann dabei entstehen, wenn Kollegen*innen und Arbeitgeber*innen nicht über den Hintergrund, also deine CED, Bescheid wissen.

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