Wir verschlafen fast ein Drittel unseres Lebens. Bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 80 Jahren heißt das: Ungefähr 27 Jahre lang sind wir mit Schafe zählen beschäftigt.1 Nun könnte man auf die Idee kommen, den Schlaf als lästige Zeitverschwendung anzusehen. Vor allem in unserer Leistungsgesellschaft gehören lange Arbeitstage und wenig Erholung zum guten Ton. Eine Einstellung, die hohe Gesundheitsrisiken mit sich bringt. Denn ein erholsamer Schlaf ist, genauso wie das Atmen und Essen, wichtig für einen gesunden und funktionierenden Organismus. Dies gilt insbesondere für Betroffene von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED): Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa können das Schlafverhalten beeinflussen bzw. es kann die Krankheitsaktivität umgekehrt durch Schlafstörungen negativ beeinflusst werden.

Schlummern für Körper & Geist

Warum wir eigentlich schlafen, ist noch nicht vollständig geklärt. Eins ist aber klar: Das regelmäßige Schlummern ist lebensnotwendig, um wichtige Regenerationsprozesse für Körper und Geist zu steuern. So führt das Gehirn bei Nacht beispielsweise Aufräumarbeiten durch und schafft dabei Platz für neue Informationen. Dadurch können am nächsten Tag neue Sinneseindrücke verarbeitet und gespeichert werden. Die Folgen von zu wenig Schlaf oder Schlafstörungen sind vielfältig und können die Lebensqualität erheblich einschränken.

Kommt es zu Schlafstörungen, wie z. B. Einschlaf- oder Durchschlafstörungen, kann die Gesundheit darunter leiden. Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck, Depressionen und Herzinfarkte sind nur einige Beispiele für mögliche Folgen von Schlafstörungen.

CED & Schlafstörungen: Ein Teufelskreis

Aktuelle Studien weisen auf einen Zusammenhang zwischen Schlafstörungen und CED hin.2,3 Auf der einen Seite können Morbus Crohn und Colitis ulcerosa zu Schlafstörungen führen. Auf der anderen Seite scheinen Schlafstörungen die Krankheitsaktivität der CED zu beeinflussen. Kurz gesagt: Ein Teufelskreis.

Nächtliche Toilettengänge, Bauchschmerzen oder die Nebenwirkungen bestimmter Medikamente sind Gründe, warum dir die CED den Schlaf rauben kann. Dieser regelmäßige Schlafentzug bringt deine innere Uhr durcheinander und führt zur Produktion von entzündungsfördernden Stoffen, welche die Darmschleimhaut reizen und so Schübe begünstigen. Die daraus resultierende erhöhte Krankheitsaktivität verhindert den erholsamen Schlaf und der Teufelskreis dreht sich von neuem. Du bist müde, unkonzentriert und kraftlos.

Übrigens: Die Erkenntnis, dass die innere Uhr entscheidend für Gesundheit und Wohlbefinden ist, wurde 2017 mit dem Medizin-Nobelpreis ausgezeichnet.


Gut zu wissen: Fühlst du dich auch in deiner schubfreien Zeit ständig müde und kraftlos, könnte das auf eine eigenständige Erkrankung hinweisen: Die Fatigue. Darum solltest du bei länger andauernden Erschöpfungsphasen mit deinem Arzt darüber sprechen.


#TrotzCED durchschlafen

Stehen deine Schlafstörungen in Zusammenhang mit deiner CED, kann die Erreichung einer Remission schon dafür sorgen, dass du wieder besser schläfst. Zusätzlich kannst du aber mit den richtigen (Ein-) Schlafgewohnheiten und der Vermeidung äußerer Störfaktoren das Ein- und Durchschlafen unterstützen. Vielleicht können dir ja diese Tipps dabei helfen:

  • Die richtigen Voraussetzungen schaffen: Bequemes Bett, abgedunkelter und ruhiger Raum, eher kühle Temperaturen im Schlafzimmer.

  • Möglichst auf üppige Mahlzeiten oder kleine „Betthupferl“ vor dem Schlafengehen verzichten. Das kann dem Körper helfen, in den Dämmer- und nicht den Verdauungsmodus zu wechseln.

  • Nikotin, Alkohol und Koffein sind Stimulanzien, die den Körper vom erholsamen Schlaf ablenken können. Daher lieber keine Gute-Nacht-Zigarette, keinen alkoholhaltigen Schlummertrunk und natürlich auch keinen Energy-Drink oder Kaffee vor dem Zubettgehen.

  • Regelmäßige sportliche Aktivitäten können sich positiv auf die Gesundheit auswirken und müde machen. Allerdings sollte ein gewisser Zeitraum zwischen dem Schwitzen und Schlafen bestehen, da eine sportliche Tätigkeit erst mal eine aufputschende und wachmachende Wirkung haben kann.

  • Es wird vermutet, dass die Nutzung von Smartphones und Laptops vor dem Einschlafen zu einem unruhigeren Schlaf führen kann. Auch wenn das Ob bzw. das Warum noch nicht ganz geklärt sind – versuche es doch mal mit einem Blick in ein Buch, statt auf den Bildschirm.

  • Stress und Probleme im Privat- und Berufsleben sind für viele Menschen die Hauptursache für Schlafprobleme. Negative Gedanken im Hinterkopf führen zu unzähligen Einschlafversuchen. Aus diesem Grund ist es wichtig, diese Unannehmlichkeiten nicht mit ins Bett zu nehmen, sondern aktiv und bewusst nach Strategien zum Stressmanagement zu suchen und den Alltag stressfreier zu gestalten.


  1. Ohayon MM. Epidemiological overview of sleep disorders in the general population. Sleep Med Rev. 2011; 2:1–9.

  2. Parekh PJ, et al. Sleep disorders and inflammatory disease activity: chicken or the egg? Am J Gastroenterol  2015; 110:484–488.

  3. Swanson GR, et al. Sleep disturbances and inflammatory bowel disease: a potential trigger for disease flare? Expert Rev Clin Immunol 2011; 7(1):29–36.

Zuletzt aktualisiert: 17.08.2020

Mit einer Häufigkeit von 34 Fällen pro einer Millionen Einwohner ist das Kurzdarmsyndrom (KDS) eine recht seltene Erkrankung. Doch was verbirgt sich dahinter? Und was hat das KDS mit Morbus Crohn (MC) zu tun? Lies weiter und erfahre mehr dazu in diesem Beitrag. Ein KDS tritt in der Regel auf, wenn größere Darmabschnitte chirurgisch entfernt werden müssen (auch als Resektion bezeichnet) und sich der Darm dadurch so sehr verkürzt, dass Nährstoffe und Flüssigkeit nicht mehr ausreichend aufgenommen werden können.

Die direkte Krankheitslast ist das eine, die mittelbaren Folgen das andere: Morbus Crohn und Colitis ulcerosa können über die Krankheitssymptome hinaus einen negativen Einfluss auf dein Wohlbefinden haben. Neben körperlichen und seelischen Begleiterkrankungen wie zum Beispiel Fisteln, Entzündungen an Wirbelsäule und Gelenken oder Depressionen, können finanzielle Herausforderungen Betroffene zusätzlich belasten. 

Mit einer Häufigkeit von 34 Fällen pro einer Millionen Einwohner ist das Kurzdarmsyndrom (KDS) eine recht seltene Erkrankung. Doch was verbirgt sich dahinter? Und was hat das KDS mit Morbus Crohn (MC) zu tun? Lies weiter und erfahre mehr dazu in diesem Beitrag. Ein KDS tritt in der Regel auf, wenn größere Darmabschnitte chirurgisch entfernt werden müssen (auch als Resektion bezeichnet) und sich der Darm dadurch so sehr verkürzt, dass Nährstoffe und Flüssigkeit nicht mehr ausreichend aufgenommen werden können.

Die direkte Krankheitslast ist das eine, die mittelbaren Folgen das andere: Morbus Crohn und Colitis ulcerosa können über die Krankheitssymptome hinaus einen negativen Einfluss auf dein Wohlbefinden haben. Neben körperlichen und seelischen Begleiterkrankungen wie zum Beispiel Fisteln, Entzündungen an Wirbelsäule und Gelenken oder Depressionen, können finanzielle Herausforderungen Betroffene zusätzlich belasten.