Fisteln mit der richtigen Einstellung und Sitzhaltung begegnen

Fisteln können im Zusammenhang mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CED) auftreten. Bei Morbus Crohn macht gar jeder fünfte Betroffene einmal Bekanntschaft mit ihnen – schmerzhafte Fisteln im Anusbereich, auch Analfisteln oder perianale Fisteln genannt. Die unangenehmen eitrig-entzündeten Verbindungsgänge zwischen Darm und Hautoberfläche bedeuten für Betroffene mitunter deutliche Einschränkungen der Lebensqualität. Neben einer Anpassung deiner Lebensweise, etwa durch ausgiebigen Schlaf, Sport, den Verzicht auf Zigaretten sowie einer gesunden Ernährung, kannst du den unangenehmen Auswirkungen von Analfisteln im Alltag auch durch ein achtsames Sitzverhalten vorbeugen.

Der tägliche Störfaktor am Gesäß

Ob beim Sitzen, Laufen oder beim Stuhlgang, die anhaltenden Schmerzen und unkontrollierten Flüssigkeits- und Eiterabsonderungen, die Analfisteln hervorrufen können, belasten die Betroffenen häufig täglich. Im Beruf kann dies zu einer eingeschränkten Leistungsfähigkeit und im Privatleben zu einem Verzicht auf soziale Aktivitäten, wie etwa Unternehmungen mit Freunden oder sogar zu Problemen in der Partnerschaft führen. Dies schlägt aufs Gemüt, sodass sich Betroffene häufig nicht nur physisch, sondern auch psychisch belastet fühlen. Mehr zum Thema Analfisteln und wie diese behandelt werden, kannst du hier nachlesen. 

Vorsorge fängt beim Sitzen an

So banal es auch klingen mag: Richtiges Sitzen kann einen großen Unterschied machen. Folgende Ratschläge können dir hoffentlich in den verschiedenen Lebenslagen zumindest etwas Erleichterung verschaffen: 

  • Richtig Sitzen in Ausbildung und Beruf
    Verbringst du deine Ausbildung oder den Großteil deiner täglichen Arbeit im Sitzen, solltest du darauf achten eine übermäßige Belastung zu vermeiden. Bei langem Sitzen im Beruf empfiehlt sich etwa, die Verwendung eines entlastend wirkenden ergonomischen Sitzkissens. Auch solltest du dich in regelmäßigen Abständen von deinem Arbeitsplatz erheben und ein wenig bewegen, um dein Gesäß zu entlasten und die entzündlichen Areale deiner Analfisteln zu schonen.

     

  • Richtig Sitzen auf der Couch
    Was tagsüber in Beruf und Ausbildung gilt, gilt natürlich auch Abends auf der Couch. Um eine übermäßige Belastung deiner Analfisteln zu vermeiden, solltest du auf eine möglichst weiche Sitzunterlage zurückgreifen und die Sitzzeit durch regelmäßiges Aufstehen und Bewegen verkürzen. Erfahrungswerte haben zudem gezeigt, dass sich eine seitlich liegende Position weniger beanspruchend auswirkt.

     

  • Richtig Sitzen beim Toilettengang
    Die Tierwelt macht es uns vor – intuitiv nehmen viele unserer artverwandten Säugetiere eine hockende Position zur Darmentleerung ein. Die Hockposition führt dazu, dass sich der Schließmuskel entspannt und die Darmentleerung durch eine geringere muskuläre Anstrengung in Form von „Pressen“ vereinfacht und beschleunigt wird. Das erleichtert nicht nur den Stuhlgang, sondern kann auch dabei helfen, die Sitzzeit zu verkürzen und so weniger Druck auf das bereits belastete Gesäß auszuüben. Auch wenn die Einnahme der Hockposition generell ratsam und empfehlenswert ist, bei Erkrankungen wie Hämorrhoiden, CED, Reizdarmsyndrom oder Fisteln wird sie während oder auch zur Vorbeugung insbesondere empfohlen. Die schonende Hockposition entsteht, wenn du deine Beine etwas in Richtung deines Oberkörpers heranziehst. Dies kann zum Beispiel mittels eines Fußhockers umgesetzt werden. Oder du beugst den Oberkörper einfach in Richtung deiner Knie und ermöglichst so etwa den gleichen Winkel. Nach dem Toilettengang solltest du zudem auf eine angemessene Körperhygiene achten. Den Bereich deiner Analfisteln reinigst du am besten mit antibakteriell wirksamen Feuchttüchern, Cremes oder Seifen. Um zusätzliche Hautreizungen zu vermeiden, solltest du jedoch auf eine zusätzliche Verwendung von zum Beispiel Intimsprays oder Cremes mit Duft- und Konservierungsstoffen verzichten.

Diese Empfehlungen sollten dir helfen, das Sitzen mit Analfisteln schonender zu gestalten. Im Idealfall kannst du so sogar einer Verschlimmerung von Symptomen vorbeugen. Dein behandelnder Arzt kann dir wahrscheinlich noch weitere Tipps für den Alltag mitgeben – sprich ihn einfach darauf an.

Zuletzt aktualisiert: 17.08.2020