Jeder Betroffene kennt das Dilemma: Obwohl die Ernährung bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) eine immens große Rolle spielt, finden sich keine allgemeingültigen Diätempfehlungen. Viel zu groß sind die individuellen Unterschiede hinsichtlich der Krankheitsverläufe, Unverträglichkeiten oder Essgewohnheiten. Nichtsdestotrotz gehört eine ausgewogene und abwechslungsreiche Kost bei Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa zum Pflichtprogramm. Eine professionelle Ernährungstherapie kann helfen, einen persönlichen Speiseplan zusammenzustellen, der zu dir und deiner Erkrankung passt.

Ernährungsberatung vs. Ernährungstherapie

Wusstest du, dass es Unterschiede zwischen einer Ernährungsberatung und einer Ernährungstherapie gibt? Eine Ernährungsberatung richtet sich nämlich in erster Linie an gesunde Menschen. Daher wird sie meist freiwillig und nur kurzzeitig in Anspruch genommen, z. B. während einer Schwangerschaft. Häufig werden Ernährungsberatungen durch alternative Heilmethoden, wie der traditionellen chinesischen Medizin, ergänzt.

Im Gegensatz dazu wendet sich die Ernährungstherapie an Menschen mit einer Erkrankung, die von einer bestimmten Ernährung profitieren können. Die Ernährungstherapie verfolgt dabei ein individuelles Therapiekonzept. Das ist gerade bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen von Bedeutung. Es werden Ernährungspläne erstellt, die auf dich zugeschnitten sind. Die familiäre und berufliche Situation wird ebenfalls berücksichtigt, also z. B. welche Speisen für die kurzen Mittagspausen besonders geeignet sind. Auch Unverträglichkeiten oder Essgewohnheiten werden genauer unter die Lupe genommen. Es soll so eine gezielte Verbesserung des Gesundheitszustandes erreicht werden.

Gut zu wissen: Unverträglichkeiten stellen bei Betroffenen mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa ein Problem dar. Schließlich belasten sie zusätzlich den ohnehin schon sensiblen Darmtrakt. Um Gewissheit über mögliche Unverträglichkeiten zu erlangen, eignet sich beispielsweise ein Ernährungstagebuch. Es kann dabei helfen, mögliche Auslöser zu identifizieren und so das Risiko für akute Beschwerden bei CED zu minimieren.

Wie sieht es mit der Kostenübernahme aus?

Eine Ernährungstherapie gehört bei einer CED grundsätzlich zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen, eine Ernährungsberatung hingegen nicht. Wenn dein Arzt die Notwendigkeit für eine Ernährungstherapie sieht, kann er dir ein Rezept ausstellen, mit dem die Übernahme der Kosten durch die Krankenkasse kein Problem sein sollte. Eine Ernährungsberatung hingegen wird nur von bestimmten Krankenkassen als Zusatzleistung angeboten. Häufig ist die Voraussetzung für eine Bezuschussung, dass die Beratung von einem Ernährungswissenschaftler mit entsprechendem Zertifikat durchgeführt wird. Das solltest du aber telefonisch mit deiner Krankenkasse abklären – am besten, bevor die Beratung startet.

Zur Info: Wenn du eine Ernährungsberatung oder Ernährungstherapie in Erwägung ziehst, kannst du dir entweder von den Krankenkassen eine Liste mit Adressen aushändigen lassen oder du recherchierst einfach selbst im Internet. Grundsätzliches zum Thema Ernährung bei CED erklärt die Ernährungsberaterin Wiebke Endres auch in unserem Online-Seminar.

Zuletzt aktualisiert: 20.02.2018
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