CED und Ernährung

Das kommt auf den Tisch

Die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) betreffen den Verdauungstrakt. Für Patienten mit Colitis ulcerosa und Morbus Crohn spielt daher das Thema Ernährung eine große Rolle. Mit einer gesunden Ernährung können Patienten Symptome und Beschwerden lindern, die Therapie unterstützen und ihre allgemeine Gesundheit verbessern. Mit der Diagnose treten viele Fragen rund um Lebensmittel und das Essen auf. Eine spezielle Diät müssen Patienten mit Morbus Crohn oder einer anderen chronischen Darmkrankheit nicht halten. Jedoch gibt es vielversprechende Ernährungstipps.

Prinzipiell gilt für beide Krankheiten:

  • Es gibt keine festen Regeln für die Ernährung bei CED, Du musst keine spezielle Diät halten.
  • Empfohlen wird eine ausgewogene Ernährung, vitaminreiche und frische Kost.
  • Verzichte auf Alkohol und versuche, ein gesundes Idealgewicht zu halten.

Alles zusammen wirkt sich positiv auf den Verlauf der Krankheiten Morbus Crohn und Colitis ulcerosa aus und bessert Dein Allgemeinbefinden. Deinen Speiseplan stellst Du entsprechend Deiner individuellen Verträglichkeit und Deiner Vorlieben zusammen. Zahlreiche Kochbücher und Internetportale helfen Dir dabei, dich auch mit einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung gesund und abwechslungsreich zu ernähren. Achte darauf, dass ausgebildete Ernährungsberater die Rezepte mitentwickelt haben.

Die richtige Ernährung hilft, die beschwerdefreie Zeit zu verlängern und einen akuten Schub hinauszuzögern.

Was darf ich, was darf ich nicht?

Häufig leiden Morbus-Crohn-Patienten an Laktoseintoleranz, vertragen also eher Milchprodukte schlecht. Auch andere Unverträglichkeiten können vorkommen und können Schübe auslösen und Beschwerden verschlimmern. Deshalb sollten diese immer mit dem Arzt abgesprochen und in die Ernährungstherapie integriert werden. Jeder Körper reagiert anders, jede Krankheit verläuft anders. Verlasse dich auf Deinen Körper: Sind bestimmte Lebensmittel, beispielsweise Milch, Südfrüchte oder Schokolade für Dich nicht bekömmlich und lösen Darmgrummeln oder Durchfall aus, verzichte darauf.

Vor allem während eines akuten Schubes des Morbus Crohn oder der Colitis ulcerosa sollten Patienten darauf Acht geben, dass sie genügend Nährstoffe und Flüssigkeit aufnehmen und eine Mangelernährung vermeiden. Wichtige Nährstoffe sind vor allem Calcium, Kalium, Eisen und Magnesium, sowie Folsäure und das Vitamin D und Vitamin B12. Trinknahrung kann die normalen Mahlzeiten unterstützen.

Versuche, folgende Empfehlungen bei der täglichen Nahrungsaufnahme einzuplanen:

  • Wichtig sind Lebensmittel, die viel Eiweiß enthalten, denn bei dem CED typischen Durchfall gehen Eiweiße verloren. Fisch, Fleisch und Geflügel sind gute Proteinquellen.3
  • Kohlenhydrate liefern Energie - vor allem langkettige Kohlenhydrate aus Stärke, also Kartoffeln, Getreide und Gemüse.
  • Ernähre dich frisch und abwechslungsreich. Das füllt die Speicher von Vitaminen und Spurenelementen.
  • Iss mehrere kleine Mengen, statt den Darm mit wenigen großen Mahlzeiten zu überfordern.

Folgende Lebensmittel solltest Du, besonders während einer akuten Phase, nicht essen:

  • Fettes Essen
  • Gemüse wie Kohl und Hülsenfrüchte. Diese führen häufig zu Blähungen.
  • Ebenso führen auch kohlensäurehaltige Getränke zu einer lästigen Blasenbildung im Darm.
  • Zu viele Ballaststoffe. Diese belasten den Darm.
  • Säurehaltiges Obst oder säurehaltige Lebensmittel

In seltenen Fällen ist es nötig, dass Betroffene eine künstliche Ernährung erhalten. Dies kann eine sogenannte parenterale Ernährung sein oder eine enterale Ernährung. Die Nährstoffe gelangen dabei entweder über die Blutbahn in den Stoffwechsel, oder über eine Sonde in Magen, Dünndarm oder Zwölffingerdarm. Dabei kann das Immunsystem gestärkt und die Darmschleimhaut geschont werden, die Darmentzündung kann schneller abheilen. Auch bei Kindern mit Morbus Crohn erzielt die enterale Ernährung Studien zufolge sehr gute Ergebnisse.

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Zuletzt aktualisiert: 15.11.2018