Schon mal drüber nachgedacht, Blut oder Stammzellen zu spenden bzw. dir einen Organspendeausweis zuzulegen? Medizinische Spenden können Leben retten und sind somit aus der Krankenversorgung nicht mehr wegzudenken. Doch kommen Betroffene von Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa überhaupt als Spender in Frage?

Blutspende: CED als Ausschlusskriterium

Bei einer Blutspende steht die Sicherheit von Empfänger und Spender an erster Stelle. Daher findet auch jedes Mal vor der Entnahme eine umfassende Befragung über mögliche Infektionen oder Erkrankungen statt. Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind chronische Erkrankungen des gastrointestinalen Systems, bei denen auch das Immunsystem involviert ist und bergen sowohl für den Spender als auch für den Empfänger ein gewisses Sicherheitsrisiko – auch während einer symptomfreien Zeit. Ein Grund hierfür ist die Blutarmut (Anämie), die eine Begleiterscheinung von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) sein kann und in der Regel durch einen Mangel des wichtigen Spurenelements Eisen hervorgerufen wird. Der Körper benötigt Eisen, um rote Blutkörperchen herzustellen oder die Immunabwehr aufrechtzuerhalten. Eine Blutentnahme wäre eine zusätzliche Belastung für deinen Körper und würde ihm die ohnehin schon knappen Nährstoffe entziehen. Auch Medikamente, die das Immunsystem beeinflussen (Immunsuppressiva) und bei CED zum Einsatz kommen, können ein Risiko für den Empfänger darstellen. Aus diesen Gründen zählt eine CED zu den dauerhaften Ausschlusskriterien für eine Blutspende.

Auch die Stammzellspende birgt ein Sicherheitsrisiko

Eine Entzündung entsteht als Reaktion auf einen schädlichen Reiz. Dieser kann z. B. in Form von Krankheitserregern, Wärme oder Allergenen auftreten. Bei einer CED sind die genauen Ursachen für die Entzündungen im Darm noch nicht vollständig geklärt. Eines steht aber fest: Entzündungen bedeuten immer eine Beteiligung des körpereigenen Immunsystems. Das ist auch der Grund, warum CED-Betroffene von einer Stammzellenspende ausgeschlossen sind. Erkrankungen, die durch eine Involvierung des Immunsystems gekennzeichnet sind, sprechen gegen eine Stammzellspende. Denn dabei sollen gesunde Stammzellen eines Spenders die bösartigen oder fehlerhaften Stammzellen des Empfängers ersetzen. Da somit auch Zellen des Immunsystems vom Spender auf den Empfänger übertragen werden, ist das Risiko für eine ungewollte Reaktion im ohnehin schon immungeschwächten Empfänger daher gegeben.

Organe dürfen gespendet werden

Gegen eine Organspende spricht #TrotzCED nichts. Denn „für eine erfolgreiche Organspende ist entscheidend, ob die Organe gesund und funktionsfähig sind“. Auf eine bekannte Vorerkrankung sollte lediglich auf dem Organspendeausweis unter „Anmerkungen / Besondere Hinweise“ hingewiesen werden. Den Organspendeausweis bekommst du kostenfrei in vielen Apotheken und Arztpraxen. Mehr Informationen und den Ausweis zum kostenfreien Bestellen findest du außerdem auf der Homepage.

Zuletzt aktualisiert: 21.06.2018
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