Therapien mit Medikamenten

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa haben viele verschiedene Gesichter. Daher unterscheidet sich auch die Behandlung von Patient zu Patient. Abgestimmt auf den Symptomverlauf, die Schwere der Erkrankung und den Ort, an dem sie sich im Darm abspielt, erhält jeder Patient eine für ihn maßgeschneiderte Therapie. Beide entzündlichen Darmerkrankungen sind noch nicht heilbar, aber heute gut behandelbar. Moderne Medikamente lindern Beschwerden und verhindern Komplikationen.

Aminosalizylate

Bei leichteren Schüben und in der beschwerdefreien Zeit verordnen die Ärzte Ihnen meist 5-Aminosalizylsäure-Präparate. Diese Wirkstoffe ähneln der Acetylsalizylsäure (ASS). Sie verhindern, dass Ihr Körper weiter entzündungsfördernde Botenstoffe produziert.

Kortison-Präparate

Während eines mittelschweren oder schweren Schubes können Ihnen Kortikosteroide (Kortison) helfen. Sie verhindern, dass Ihre Immunzellen weiterhin entzündungsfördernde Botenstoffe produzieren. Die Wirkung von Kortison zeigt sich schnell. Doch die Ärzte werden Ihnen Kortison nicht dauerhaft verschreiben, da es ernste Nebenwirkungen verursachen kann.

Immunmodulatoren

Immunmodulatoren beeinflussen das Immunsystem. Die Fachleute unterscheiden Immunsuppressiva und Biologika.

Immunsuppressiva

Die Immunsuppressiva unterdrücken unspezifisch die körperliche Abwehr und reduzieren somit auch die Entzündungsherde im Darm. Da die Wirkung langsam eintritt, müssen die Immunsuppressiva zunächst einige Wochen lang eingenommen werden. Sie werden bei schweren Verläufen eingesetzt.

Biologika

Mitunter lindern die genannten Medikamente Ihre Beschwerden nicht ausreichend oder Sie vertragen sie nicht. Dann wird Ihr Arzt Ihnen sogenannte TNF-alpha-Antagonisten vorschlagen. Sie zählen zu den Biologika. Biologika sind moderne, gentechnisch hergestellte Eiweißstoffe. Beispiele dafür sind die sogenannten TNF-alpha-Antagonisten und die Integrin-Hemmer. Biologika können die Entzündung der Darmschleimhaut effektiv zum Abklingen bringen und Ihnen so lange, beschwerdefreie Lebensphasen ermöglichen. Wie alle Medikamente haben auch Biologika Nebenwirkungen.

Die TNF-alpha-Antagonisten blockieren die Funktion eines speziellen entzündungsfördernden Proteins. Dieses Protein nennt man Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-alpha). Dadurch dämpfen sie das Immunsystem unspezifisch. In der Folge wird das Ausmaß der Entzündung reduziert. TNF-alpha-Antagonisten gelten als wirksame Alternative bei Colitis ulcerosa, Morbus Crohn und anderen schweren Autoimmunerkrankungen, wenn die üblichen Therapien nicht oder nicht ausreichend anschlagen. Daneben gibt es ein Biologikum, das überwiegend darmspezifisch wirkt. Der sogenannte Integrin-Hemmer blockiert ein spezifisches Integrin. Dieses Eiweißmolekül ist Bestandteil der Oberfläche bestimmter weißer Blutzellen. Der Integrin-Hemmer verhindert, dass diese für die Entzündung verantwortlichen Immunzellen aus der Blutbahn ins Darmgewebe übertreten. In der Folge wird das Ausmaß der Entzündung im Darm reduziert. Integrin Hemmer können bei Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa eingesetzt werden, wenn die üblichen Therapien oder eine Therapie mit einem der TNF-alphaAntagonisten nicht ausreichend oder nicht mehr wirkt oder nicht vertragen wird.