Unterschiedliche Optionen, individuelle Wege:

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa begleiten die Betroffenen ein Leben lang und stellen für jeden einzelnen eine Herausforderung dar. Die Krankheitssymptome können deinen Alltag und Berufsleben erheblich auf den Kopf stellen. Eine Heilung der CED ist leider noch nicht möglich. Für viele Patienten heißt das: Sie benötigen eine lebenslange Therapie. Doch dank des medizinischen Fortschritts sind moderne Behandlungsmöglichkeiten verfügbar, die zur Linderung der Beschwerden führen können und Komplikationen möglichst verhindern können.    

Unterschiedliche Wirkstoffe für eine individuelle Behandlung    

Das Ziel der medikamentösen CED-Behandlung ist es, eine Ruhephase der Erkrankung (Remission) herbeizuführen, das entzündete Darmgewebe zum Abheilen zu bringen und dabei immer den individuellen Krankheitsverlauf der Betroffenen im Blick zu haben. Ein wesentlicher Bestandteil einer erfolgreichen Therapie ist daher eine langfristige Kontrolle der Erkrankung, um das Auftreten weiterer Schübe zu verhindern. Wichtig: Das gilt auch für die schubfreie Zeit, wenn keine akuten Beschwerden bestehen.

Derzeit stehen unterschiedliche Medikamente zur Verfügung, die je nach Wirkweise und Wirkstoff in verschiedene Kategorien eingeteilt werden können. Die Entscheidung über die „richtige“ Therapie hängt von vielen Faktoren ab, z. B. ob Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa vorliegt, vom Ort oder von der Schwere der Erkrankung. Welches Medikament letztendlich zum Einsatz kommt, entscheidet dein Arzt in Absprache mit dir unter Berücksichtigung der individuellen Faktoren.

Kurz & bündig – die Behandlungsmöglichkeiten bei CED:

  1. Die konventionelle Therapie umfasst u. a. eine Behandlung mit Aminosalizylaten oder Kortikosteroiden. Präparate aus diesen Wirkstoffgruppen sind u. a. in der Lage, die Produktion von entzündungsfördernden Botenstoffen zu verhindern. Allerdings sollte Kortison nicht dauerhaft eingenommen werden, da bei langfristiger Einnahme unangenehme Nebenwirkungen (Mondgesicht, Akne, Gewichtszunahme, Osteoporose etc.) auftreten können.

  2. Falls die Aminosalizylate oder Kortikosteroide keine ausreichende Wirkung zeigen oder Unverträglichkeiten auftreten, wird (in der Regel) eine immunsuppressive Therapie in Erwägung gezogen. Immunsuppressiva beeinflussen das Immunsystem, indem sie die körperliche Abwehr herunterfahren und so Entzündungen zum Abklingen bringen können. Zu den Immunsuppressiva zählen z. B. Thiopurine (z. B. Azathioprin) und modern hergestellte Eiweißsstoffe: Die sogenannten Biologika. Beispiele für diese Wirkstoffklasse sind die TNF-alpha(Tumornekrosefaktor-alpha)-Antagonisten oder ein Integrin-Hemmer.

  3. Bei manchen Krankheitsverläufen kann auch eine Kombinationstherapie von Azathioprin und TNF-alpha-Antagonisten von Vorteil sein.

Fazit: CED ist nicht gleich CED. Denn die Symptome, Schweregrade und Verläufe können sich von Patient zu Patient deutlich unterscheiden. Deshalb ist gerade bei Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa eine auf das individuelle Krankheitsbild ausgerichtete Behandlung sinnvoll. Die umfangreiche Palette an verfügbaren Arzneistoffen macht dies heute schon möglich. Aber nicht nur eine geeignete medikamentöse Langzeittherapie kann zu einer Verbesserung der Krankheitssymptome und Lebensqualität beitragen. Auch regelmäßige Arztbesuche sind von entscheidender Bedeutung – selbst in der schubfreien Zeit. So kann der individuelle Verlauf der CED ständig im Auge behalten und unter Umständen optimiert werden.

Zuletzt aktualisiert: 18.05.2020

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