Wir leben in Deutschland in einer alternden Gesellschaft – eine finanzielle Herausforderung insbesondere im Gesundheitsbereich. Für Patienten wie Gesellschaft könnte deshalb eine fortschreitende Digitalisierung im Gesundheitswesen eine der Lösungen sein – auch, um sich für die Zukunft gut aufzustellen. In der im September 2018 erschienenen Studie „Digitalisierung im Gesundheitswesen: die Chancen für Deutschland“ von McKinsey und BMC e. V. wurde analysiert, wo und wie dies genau funktionieren kann. 

Digitalisierung als Chance

Die Studienherausgeber haben zur Ermittlung des Nutzenpotenzials insgesamt 26 der derzeit verfügbaren digitalen Gesundheitstechnologien analysiert. Darunter fallen das Arbeiten mit papierlosen Daten, z.B. durch Erstellung elektronischer Rezepte („e-Rezept“), das Thema Onlineinteraktionen, z. B. Teleberatung, aber auch Patienten-Self-Service, wie elektronische Terminvereinbarung („E-Booking“). Ein hohes Effizienzpotenzial wird dabei in der flächendeckenden Einführung der elektronischen Gesundheitsakte und des elektronischen Rezeptes gesehen. Doch welche Auswirkungen haben diese Erkenntnisse auf die Therapie von chronischen Erkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa?

Wovon du als Patient profitieren kannst

Von der im Rahmen der Digitalisierung angestrebten Verfügbarkeit der medizinischen Daten und die Möglichkeiten, sie dann schnell und effektiv zwischen Instanzen (Krankenhäuser, Arztpraxen) auszutauschen, kannst du als Patient profitieren. Denn dadurch können z. B. Doppeluntersuchungen vermieden werden.


Eine Teleberatung, als webbasierte Interaktion zwischen Arzt und Patient, kann dir den Weg in die Praxis ersparen, wenn z. B. Nachbesprechungen anstehen. Sollte dennoch ein Gespräch in der Praxis notwendig werden, so wäre für dich eine Buchung über das elektronische Terminvereinbarungssystem („E-Booking“) für Haus- und Fachärzte möglich. Eine Erinnerungsfunktion verhindert dabei, dass du den Termin vergisst.

Zuletzt wird noch das Thema „Tools für das Management chronischer Erkrankungen“ als Unterstützungsfunktion in der Studie aufgeführt, das einen Mehrwert für dich bieten kann. Dazu gehören digitale Stimmungslagebücher, Onlinekurse für Verhaltenstherapie, aber auch die Einbindung persönlicher Betreuer.

Was die Politik, Wissenschaftler und Heilberufler zur Digitalisierung sagen

Wie das Thema der Digitalisierung im Gesundheitswesen auf politischer und medizinisch-wissenschaftlicher Ebene wahrgenommen wird, diskutierten 400 sehr unterschiedliche Akteure des deutschen Gesundheitswesens auf dem INNOlab-Kongress im September 2018 in Bochum. Den Teilnehmern zufolge ermöglicht die Digitalisierung den Patienten eine selbstbestimmtere Rolle und eine Entlastung der medizinischen Bereiche, wodurch mehr individuelle Begleitung und Versorgung der
Patienten möglich wird. Für chronische Patienten sollen weiterführende digitale Informations- und Unterstützungsangebote zu ihrer Therapie und ihrer Medikation zur Verfügung gestellt werden.

Fazit

Viele durch die Digitalisierung geschaffene Möglichkeiten werden noch nicht ausreichend genutzt. Insgesamt könnten sich für jeden einzelnen Patienten Verbesserungsmöglichkeiten ergeben, bei denen es nicht um eine Leistungskürzung, sondern um neue Chancen geht.

Zuletzt aktualisiert: 13.11.2019

So wie vermutlich jeder das Gefühl kennt, Schmetterlinge im Bauch zu haben, weiß im Umkehrschluss wahrscheinlich auch jeder, was es bedeutet, wenn einem der „Stress auf den Magen schlägt“. Gerade als Betroffener einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CED) solltest du ein besonderes Augenmerk auf stressreduzierende Maßnahmen legen: Eine zunehmende Anzahl von Studien betont den negativen Einfluss von Stress auf den Verlauf einer CED. Eine bewusstere Lebensführung und gesteigerte Achtsamkeit kann dir langfristig helfen gesünder zu leben.

Schmerzen, Übelkeit und Durchfall: Das sind in einem Schub bei einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CED) oft ständige Begleiterscheinungen. Kein Wunder, dass dir als Betroffener mit einem Morbus Crohn (MC) oder einer Colitis ulcerosa (CU) nicht nur sprichwörtlich, sondern wirklich der Appetit bei all diesen Symptomen vergeht. Durch die verminderte Nahrungsaufnahme in dieser Phase kann es sein, dass dein Gewicht unter das Normalgewicht rutscht. Damit bist du aber nicht allein: Ein erheblicher Teil der etwa 300.000 CED-Betroffenen in Deutschland ist unterernährt. 

Vielleicht zögerst du nach der Überschrift weiterzulesen: Über ein Stoma (künstlicher Darmausgang) möchtest du dir nie oder am liebsten nicht in nächster Zeit Gedanken machen. Auch in Foren und Blogs ist das die häufigste erste Reaktion. Doch so groß die Abneigung, so dankbar äußert sich der Großteil der Betroffenen einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CED) wie Morbus Crohn (MC) und Colitis ulcerosa (CU) im Nachhinein, wenn eine Stomaversorgung notwendig geworden ist und sie durch entsprechende Schulungsprogramme im Zuge der Stomaversorgung die Lebensqualität verbessern konnten.