Zu viel Zucker ist ungesund – das weiß jedes Kind. Denn der übermäßige Konsum von Zucker kann nicht nur den Weg zur Sommerfigur erschweren, er kann auch bei der Entstehung von Karies, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes eine große Rolle spielen. Ob Zucker Einfluss auf Entstehung und Verlauf der CED hat, ist noch nicht vollständig geklärt. Die westliche Ernährungsweise, die auch einen hohen Zuckerkonsum beinhaltet, steht jedoch in Verdacht, entzündungsfördernde Eigenschaften zu besitzen und könnte somit einen Risikofaktor für CED darstellen.

Was ist Zucker überhaupt?

Eins vorweg: Zucker ist generell nichts Schlechtes. Ganz im Gegenteil. Zucker (Kohlenhydrate) stellt für unseren Körper, vor allem für das Gehirn, einen lebenswichtigen Brennstoff dar, um Energie für die unzähligen Vorgänge zu liefern. Er steckt von Natur aus in vielen Lebensmitteln und kann dabei in unterschiedlichen Formen auftreten, z. B. als Fruchtzucker (Fruktose) in Obst und Gemüse, als Milchzucker (Laktose) in Milchprodukten oder als Stärke (viele aneinandergereihte Zuckerbausteine) in Kartoffeln oder Reis. In adäquaten Mengen gehören diese Energiequellen zu einer gesunden Ernährung, da sie neben Zucker auch Ballaststoffe und andere Nährstoffe enthalten. Anders sieht es bei den industriell verarbeiteten Zuckern aus, die den Lebensmitteln, wie z. B. Limonaden, Brotaufstrichen, Milchprodukten und Fertiggerichten zum weiteren Süßen und Konservieren zugesetzt werden. Gerade Limonaden bestehen damit hauptsächlich aus Zucker und liefern darüber hinaus kaum weitere Nährstoffe. Man spricht daher auch von leeren Kalorien.

Weniger Zucker – gar nicht so einfach

Wie so oft im Leben gilt auch bei Zucker der Leitsatz: Die Dosis macht das Gift. Hoher Zuckerkonsum wird u. a. mit Diabetes, Übergewicht und Herzerkrankungen in Verbindung gebracht. Auf den natürlich vorkommenden Zucker sind diese gesundheitlichen Folgen aber meist nicht zurückzuführen. Maßgeblich dazu trägt ein hoher Konsum an industriell verarbeiteten Lebensmitteln mit beachtlichen Mengen an zugesetztem Zucker bei. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, nur 10 Prozent (besser noch nur 5 Prozent) der täglichen Kalorien in Form von Zucker aufzunehmen, um Folgeerkrankungen vorzubeugen. Das entspricht lediglich 6 Teelöffeln pro Tag, die beispielsweise in einer Dose Cola (250 ml) enthalten sind.

Zucker zu reduzieren ist aber gar nicht so einfach. Denn in den industriell hergestellten Nahrungsmitteln versteckt sich Zucker häufig hinter anderen Bezeichnungen. 

Hinter diesen Begriffen verbirgt sich Zucker:

  • Zutaten, die auf -ose enden: Glukose, Saccharose, Dextrose, Raffinose, Fruktose, Maltose, Laktose

  • Fruktosesirup, Glukosesirup, Fruktose-Glukose-Sirup, Stärkesirup, Karamellsirup, Ahornsirup

  • Maltodextrin, Weizendextrin

  • Milchzucker, Süßmolkenpulver, Magermilchpulver

  • Malzextrakt, Gerstenmalz, Gerstenmalzextrakt

  • Traubenzucker, Traubensüße

  • Honig, Agavendicksaft, Kandis

Gut zu wissen: Je weiter vorne die Zutat auf dem Etikett steht, desto mehr davon ist drin. Also: Augen auf beim Einkauf.

CED & Zucker

Die westliche Ernährungsweise ist geprägt von raffiniertem Zucker, ungesättigten Fettsäuren und Fastfood – also Lebensmittel mit wenig Nährstoffen und vielen Kalorien. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass sie in der Diskussion steht, unsere Gesundheit zu gefährden. Die westliche Ernährung könnte die Produktion von entzündungsfördernden Botenstoffen erhöhen und die Bakterienzusammensetzung im Darm negativ beeinflussen. Aus diesem Grund kann der bewusste Verzicht auf die „leeren Kalorien“ bei Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa durchaus positive Auswirkungen haben, da Entzündungen und die Darmflora bei CED eine wichtige Rolle spielen.

Wichtig: Die immer wieder in der Kritik stehenden Süßstoffe, die z. B. vielen Light-Getränken zugesetzt sind, können ebenso schädlich für dich sein. Sie sollen ebenfalls die Darmbakterien beeinflussen und mit Erkrankungen, wie z. B. Diabetes, Alzheimer oder Herzerkrankungen in Verbindung stehen. Daher ist nicht nur eine Reduzierung des Zuckers, sondern auch der Süßstoffe sinnvoll.

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