27.10.17 Hatschi – Wissenswertes zu CED und Grippeimpfung

Der Herbst ist da und der Winter pocht schon an der Tür – bei beiden im Gepäck: Erkältungs- oder sogar echte Grippeviren. Dabei sind Menschen mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa besonders anfällig für diese Infektionskrankheiten und haben ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe. Warum das so ist? In Folge deiner chronisch-entzündlichen Darmerkrankung hast du schon durch die Erkrankung selbst ein erhöhtes Infektionsrisiko. Hinzu kommen die Medikamente der immunsuppressiven Therapie, die dein Immunsystem hemmen und den gleichen Effekt haben.Besonders in den ersten Monaten der Therapie kann sich das Infektionsrisiko erhöhen. Auch Mangelernährung oder zusätzliche Erkrankungen wie Diabetes mellitus steigern das Infektionsrisiko.

Jährliche Grippeimpfung empfohlen

Aktuelle Leitlinien (z. B. S3-Leitlinie Diagnostik und Therapie des Morbus Crohn) und auch die ständige Impfkomission (STIKO) des Robert-Koch-Institutes empfehlen daher eine jährliche Grippeimpfung als Vorbeugungsmaßnahme. Diese sollte im Herbst und mit einem Impfstoff mit aktueller, von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Antigenkombination erfolgen.Zu einer jährlichen Auffrischung wird auch dann geraten, wenn die Antigenzusammensetzung des Impfstoffs gegenüber der vorhergehenden Saison unverändert ist. Nach der Impfung dauert es in der Regel noch einmal 10 bis 14 Tage bis sich der Impfschutz vollständig aufgebaut hat. Um die Ansteckungsgefahr für beide Seiten zu minimieren sollten sich zusätzlich auch Personen deines näheren Umfeldes einer Grippeschutzimpfung unterziehen. Dies gilt im Besonderen, wenn du unter Immunsuppression stehst. Zwar wird bei dem Großteil der Patienten unter immunsuppressiver Therapie ein wirksamer Schutz durch die Impfung erreicht, jedoch ist in Einzelfällen der Impferfolg in Abhängigkeit vom Ausmaß der immunsuppressiven Therapie nicht immer vorhersehbar. Es ist auch gut zu wissen, dass es bei Impfungen keinen Hinweis darauf gibt, dass sie einen Schub nach sich ziehen oder die CED-Symptomatik negativ beeinflussen. Allgemein ist es sinnvoll, vor dem Start einer CED-Therapie den Impfpass mit dem behandelnden Arzt durchzugehen und Impfungen, wenn nötig, auffrischen zu lassen.

Auf unserer Website findest du noch mehr Informationen zum Thema Impfschutz und speziell zum Impfen vor dem Start der CED-Therapie.