Gesundheitsdaten im digitalen Zeitalter Das E-Health-Gesetz

Hast du schon mal etwas vom E-Health-Gesetz gehört? Das seit 1. Januar 2016 geltende Gesetz wurde „für die sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen“ geschaffen. Ziel dieses Gesetzes ist es, die Chancen der Digitalisierung im Bereich der Gesundheitsversorgung zu nutzen und dir als Patienten medizinische Anwendungen zügiger zugänglich zu machen. Das bedeutet: Grundsätzlich sollen damit die Voraussetzungen geschaffen werden, dass z. B. Ärzte, Psychotherapeuten, Apotheken und Krankenhäuser digital besser miteinander vernetzt werden. So sollen ihnen medizinische Informationen zur Medikation und Behandlung von Patienten schneller zur Verfügung stehen und stets auf dem neuesten Stand sein.

Wie können CED-Betroffene profitieren?

Wenn du in eine Arztpraxis kommst, werden zuerst deine aktuellen Versichertendaten aus deiner elektronischen Gesundheitskarte ausgelesen und z. B. nach einem Umzug automatisch aktualisiert. Auf Wunsch kannst du seit 2018 auch Allergien oder Erkrankungen darauf speichern lassen.

Wenn du mehr als drei Medikamente über einen Zeitraum von mehr als 28 Tagen einnehmen musst, hast du durch das E-Health-Gesetz seit Oktober 2016 einen Anspruch auf einen Medikationsplan. So haben du und dein behandelnder Gastroenterologe einen genauen Überblick, was dir von ihm bzw. anderen Ärzten verordnet wurde. Mögliche gefährliche Wechselwirkungen können so frühzeitig erkannt und verhindert werden. Seit Ende März 2018 werden auch von einigen Ärzten Videosprechstunden angeboten, von denen z. B. auch Betroffene mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen profitieren könnten.

Wer hat Zugriff auf deine Daten?

Die (vielen neuen) Daten, die auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert werden, dürfen nur zum Zweck der medizinischen Versorgung genutzt werden. Arbeitgeber oder Versicherungen haben keinen Zugriff darauf. Jeglicher Zugriff auf die elektronische Gesundheitskarte wird protokolliert. Wie bisher besteht auch weiterhin die Möglichkeit, die oben besprochenen medizinischen Anwendungen nicht oder nicht vollständig auszuschöpfen.

E-Health-Initiative – Vorteile im Notfall

Du als Versicherter kannst nicht nur im Zusammenhang mit deinen Daten auf der Gesundheitskarte mit Neuerungen und Initiativen des E-Health-Gesetzes in Kontakt kommen, sondern z. B. auch in Notfallsituationen. Die bereits seit 2014 bestehende Initiative „Patientensteuerung in der Notfallversorgung“ ist ein Beispiel dafür. Dabei nutzt der hessische Rettungsdienst ein Tool, den so genannten webbasierten Interdisziplinären Versorgungsnachweis (IVENA), um sich bereits im Rettungswagen in Echtzeit über die aktuellen Behandlungs- und Versorgungsmöglichkeiten der Krankenhäuser informieren zu lassen. Mithilfe dieses Systems konnte die Überlebenschance z. B. für Unfall-Opfer deutlich verbessert werden, da überregional freie Krankenhausplätze angefragt werden können.

Fazit

Die beschriebenen Auswirkungen des E-Health-Gesetzes sind nur ein Ausschnitt der Möglichkeiten, durch die das Gesetz Einfluss auf medizinisch erhobene Daten oder Prozesse nehmen kann. Insgesamt werden damit aber die Weichen für eine Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens gestellt.

Zuletzt aktualisiert: 08.03.2019