08.09.2017 - Vom Suchen, Finden & Verstehen

Was macht eine gute Arzt-Patienten-Kommunikation bei CED aus?

Bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa ist eine ständige Betreuung durch den Facharzt essentiell. Eine besonders große Rolle spielt dabei das Vertrauen. Das ergab auch eine Umfrage unter Betroffenen einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung, die in diesem Jahr durchgeführt wurde.1 Sie berichteten, dass der Weg zum passenden Gastroenterologen oft mühsam ist und nicht selten über 3-4 Ärzte führt. Helfen kann dabei beispielsweise auch der Hausarzt, denn er kann dir häufig Gastroenterologen empfehlen, an die du dich wenden kannst. Eine kleine Hilfe zur richtigen Arztwahl gibt es auch auf unserer Website.

Vertrauen und CED – das gehört zusammen

Besonders wichtig ist es, dass zwischen dir und deinem Arzt die Chemie stimmt – immerhin geht es bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa um ein sensibles Thema. Das bestätigt auch die Umfrage, in der Betroffene angaben, vor allem Sympathie und Einfühlungsvermögen zu schätzen sowie das Gefühl, ernst genommen zu werden. Außerdem ist es vielen Befragten wichtig, dass der Arzt ausreichend Zeit für die Beratung einplant, ihnen auf Augenhöhe begegnet und gut erreichbar ist. Fehlender Blickkontakt, gedankliches Abschweifen, lange Wartezeiten und offene Fragen am Ende des Gesprächs: All das können Gründe sein, den Arzt zu wechseln. Ganz klar sollten ebenso von beiden Seiten wichtige Themen offen angesprochen werden können, um Missverständnisse zu vermeiden.

Nicht weniger wichtig als der Arzt: Das medizinische Fachpersonal

Ein weiterer essentieller Faktor für eine vertrauensvolle Beziehung ist das medizinische Fachpersonal. Generell ist dieses die erste Anlaufstelle für die Betroffenen. In der Umfrage wurde das Fachpersonal oft als „Kümmerer“ beschrieben, das bei unangenehmen Untersuchungen ablenkt, Rezepte schnell ausstellt oder Termine vereinbart. Zeigt sich das Fachpersonal allerdings von einer unfreundlichen Seite, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Patienten sich einen anderen Arzt suchen – selbst wenn sie mit ihm eigentlich zufrieden sind.

Wenn es dann ins Arztgespräch geht, ist es sinnvoll, Fragen vorab schriftlich festzuhalten oder eine Checkliste zur Hand zu haben, an der man sich im Gespräch orientieren kann. So wird kein Thema vergessen. Dieses Vorgehen hat sich auch bereits bei 41 Prozent der Befragten bewährt. Eine solche Checkliste kann beispielsweise Daten zum Erkrankungsverlauf, zum Therapiestatus sowie zu derzeitigen Symptomen und/oder Beschwerden enthalten. Wie du dich optimal auf einen Arztbesuch vorbereiten kannst, erklärt der Gastroeneterologe Dr. Jochen Klaus in unserem Live-Online-Seminar am 10. Oktober, um 19 Uhr.

Quelle

  1. IFAK in Kooperation mit respondi (Köln), Marktforschungs-Online-Community mit CED-Patienten, Juni 2017