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Buchtipp: CED - 40 Fragen und Antworten für Patienten

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED)

40 Fragen und Antworten für Patienten

von Ulrike von Arnim und Susanne Nikolaus

 

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⇢ Was unterscheidet Colitis ulcerosa von Morbus Crohn?

⇢ Wann ist die Diagnose eines Morbus Crohn sicher?

⇢ Was muss ich bei der Ernährung beachten?

⇢ Hat Morbus Crohn psychische Ursachen?

⇢ Kann ich mit Morbus Crohn schwanger werden?

 

Was unterscheidet Colitis ulcerosa von Morbus Crohn?

Colitis ulcerosa und Morbus Crohn sind Erkrankungen, die beide mit einer chronischen Entzündung der Darmwand einhergehen. Bei der Colitis ulcerosa spielt sich die Entzündung vor allem an der Schleimhaut ab. Bei Morbus Crohn durchdringt sie alle Wandschichten. Unterschiedlich ist auch das Befallsmuster: Bei der Colitis ulcerosa ist immer nur der Dickdarm entzündet. Die Entzündung steigt kontinuierlich vom After aufwärts. Morbus Crohn betrifft immer nur kurze Darmabschnitte, besonders häufig im Dünn- und Dickdarm. Vergleichbar ist das mit einzelnen maroden Pflastersteinen einer Straße. Die Erkrankung kann aber auch im gesamten Verdauungstrakt auftreten. Auch die Beschwerden sind verschieden: Häufig sind das bei der Colitis ulcerosa blutige Durchfälle, Schmerzen und Gewichtsverlust. Oft bilden sich Geschwüre auf der Darmschleimhaut. Komplikationen und Beschwerden außerhalb des Darms gibt es selten. Anders bei Morbus Crohn: Diese Erkrankung geht typischerweise mit wochenlangen schleimigen Durchfällen einher. Blut ist selten beigemischt. Betroffene haben heftige Bauchkrämpfe, meist im rechten Unterbauch. Typisch sind außerdem Schmerzen in Knie- oder Sprunggelenk, entzündliche Hautveränderungen oder chronische Müdigkeit. Es kann Komplikationen wie Fisteln, Abszesse und Stenosen geben, die Darmwände sind verdickt.


 

Wann ist die Diagnose eines Morbus Crohn sicher?

Beschwerden wie schleimig-wässrige Durchfälle und Bauchkrämpfe geben erste Hinweise auf Morbus Crohn. Zudem tastet der Magen-Darm-Spezialist den Bauchraum ab, sucht nach Druckschmerzen (typischerweise im rechten Unterbauch) und Verhärtungen als Zeichen einer verdickten Darmwand. Auch das Abtasten des Afters gehört zu der körperlichen Untersuchung, für einige Patienten eine etwas unangenehme Angelegenheit. Sie ist aber wichtig, um zum Beispiel Fisteln und Fissuren aufzuspüren. Auch im Blut lassen sich typische Hinweise finden wie zum Beispiel ein erhöhtes C-reaktives Protein (CRP). Der Wert zeigt einen akuten Entzündungsprozess an. Besteht Morbus Crohn schon länger, können Betroffene Nährstoffe weniger gut aufnehmen. Die Folge ist ein Mangel an Folsäure, Vitamin D und Vitamin B12. Alle diese Anzeichen machen Morbus Crohn wahrscheinlich. Gesichert ist die Diagnose jedoch erst mithilfe einer Darmspiegelung. Entdeckt der Gastroenterologe dabei charakteristische Gewebeveränderungen, entnimmt er Proben und lässt das verdächtige Gewebe im Labor untersuchen.


 

Was muss ich bei der Ernährung beachten?

Seit Jahren forschen Wissenschaftler, ob Patienten mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung von einer speziellen Diät profitieren. Bis heute gibt es darauf keine Hinweise. Die Ernährung kann einen Krankheitsschub weder verhindern noch den Verlauf von Morbus Crohn beeinflussen. Eine leichte, vollwertige Kost mit viel frischem Gemüse und Fisch sowie wenig Fleisch und Wurst wird aber dennoch empfohlen. Sie steigert die Lebensqualität, verbessert den Allgemeinzustand und gewährleistet eine optimale Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren, antientzündlichen Stoffen und wenig tierischen Fetten. Zudem geht die Erkrankung ohnehin oft mit Appetitlosigkeit und ungewolltem Gewichtsverlust einher. Patienten sollten daher mit Freude das essen, was sie mögen und was sie vertragen. Vorsicht ist beispielsweise geboten bei ballaststoffreichen Lebensmitteln. Sie können zusätzliche Blähungen verursachen. Durch den häufigen Durchfall verlieren Betroffene lebenswichtige Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Lebensmittel, die reich an Kalium, Kalzium, Eisen, Magnesium sowie Vitamin B12, Folsäure und Vitamin D sind, können dem Mangel entgegenwirken. Ist der Nährstoffmangel stark ausgeprägt, kann eine Zeitlang eine sogenannte Trinknahrung helfen.


 

Hat Morbus Crohn psychische Ursachen?

Bis heute weiß niemand, wie Morbus Crohn genau entsteht. Klar ist aber: Die Psyche allein erhöht nicht das Risiko für die CED. Wenn Morbus Crohn ausbricht, spielen immer mehrere Faktoren eine Rolle. Bisher ist es keinem Wissenschaftler gelungen, in einer Studie überzeugend zu belegen, dass Menschen mit Morbus Crohn eine bestimmte Persönlichkeits- oder Konfliktstruktur haben. Dennoch macht die Krankheit einigen Betroffenen psychisch mehr zu schaffen als anderen. Es kann eine große seelische Belastung sein, nicht zu wissen, wann der nächste Schub kommt und wie stark die Schmerzen sein werden. Andererseits ist nicht auszuschließen, dass ein belastendes Ereignis selbst in die nächste Krankheitsphase führt. Nicht selten entwickeln sich als Folge von Morbus Crohn daher Depressionen. Experten schätzen, dass das bei etwa jedem dritten Patienten der Fall ist. Andere Betroffene haben Ängste vor Schmerzen, Operationen oder dass sie nicht rechtzeitig eine öffentliche Toilette finden oder ihren Arbeitsplatz verlieren. Wer Anzeichen einer psychischen Überforderung oder seelischen Belastung spürt, sollte sich frühzeitig in eine psychologische Betreuung begeben. Im Gespräch mit einem Psychotherapeuten lässt sich die Krankheit besser verarbeiten, psychische Begleiterkrankungen behandeln und die eigene Freude am Leben wiedererlangen.


 

Kann ich mit Morbus Crohn schwanger werden?

Morbus Crohn trifft Menschen oft in einer Lebensphase, in der Themen wie Partnerschaft, Zweisamkeit und Familiengründung eine große Rolle spielen. Viele Betroffene fragen sich, ob es mit einer CED überhaupt möglich ist, Kinder zu bekommen. Die Antwort ist eindeutig: Ja, auch mit Morbus Crohn kann ein Kinderwunsch Wirklichkeit werden. Im Vorfeld gibt es allerdings ein paar Punkte zu bedenken. Alle behandelnden Ärzte sollten über die Pläne zur Familiengründung informiert werden. Der Zeitpunkt einer (geplanten) Schwangerschaft sollte in eine beschwerdefreie Phase fallen. In dieser Situation ist die Fruchtbarkeit unbeeinträchtigt und der Schwangerschaftsverlauf verläuft meist komplikationslos. In enger Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgt die medikamentöse Behandlung über die gesamte Zeit. Wie die Schwangerschaft sich auf den Krankheitsverlauf auswirkt, ist individuell verschieden: Bei etwa einem Drittel der werdenden Mütter beeinflusst die Schwangerschaft die Erkrankung nicht, bei einem weiteren Drittel gibt es günstige Einflüsse auf den Krankheitsverlauf. Bei dem restlichen Drittel wirkt die Schwangerschaft eher negativ. Die gute Botschaft aber ist: Verläuft zu Beginn der Schwangerschaft erst einmal alles positiv, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass das auch die restlichen Monate über so bleibt.