Linnéa Tullius

Steckbrief

Name: Linnéa

Diagnose: Morbus Crohn mit 23 (2016)

Beruf: Sängerin, Schauspielerin & Stuntfrau

Motto: "Keep smiling and one day life will get tired of upsetting you!"

Einführung

Sehr aktiv auf sozialen Medien teilt Linnéa neben ihren neuesten beruflichen Schauspiel-Projekten auch Eindrücke aus ihrem privaten Leben wie Reisen. Schon länger haderte sie mit der Entscheidung – macht sie publik, dass sie Betroffene einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung ist? Schließlich vergisst das Internet nicht und gerade in der Künstlerbranche sollte man vorsichtig sein, was man öffentlich macht und was nicht – schnell kann etwas falsch interpretiert oder ausgelegt werden.

Dennoch entschließt Linnéa sich etwa 3 Jahre nach der Diagnose Morbus Crohn, zu einem Post auf Instagram. Sie möchte damit Aufmerksamkeit auf diese „unsichtbare“ Erkrankung lenken und zeigen, dass auch nicht auf den ersten Blick erkennbare Erkrankungen Menschen stark beeinflussen können – negativ aber auch positiv. Gleichzeitig möchte sie auch anderen Betroffenen demonstrieren: ein offener Umgang kann euch bei der inneren Auseinandersetzung mit eurer CED helfen. Zumal die geistige Stabilität eine immense Bedeutung für das körperliche Wohlbefinden hat – das weiß Linnéa als Schauspielerin nur zu gut.

Welchen Einfluss die CED auf ihr Leben und insbesondere auf ihren Job hat und wie Linnéa zurück zu einem positiven Körperbewusstsein gefunden hat, erzählt sie uns. 

Linnéas Geschichte

Die Diagnose von Morbus Crohn beschreibt Linnéa als Schock. In ihrem Beruf ist ihr Körper ihr Dreh- und Angelpunkt. Bis dato hat sie sich immer wohl in ihrem Körper gefühlt, als Stuntfrau war sie sowieso sehr sportlich und hohe Leistungen von ihrem Körper gewöhnt. Und plötzlich, auch durch die Einnahme von Medikamenten veränderte sich ihr Körper drastisch – Gewichtszunahme, Müdigkeit, Abgeschlagenheit: das volle Programm. Das erste Mal fühlt sie sich in ihrem Körper unwohl. Bis sie nach fast zwei Jahren realisiert, dass es vielleicht äußere Veränderungen gibt, sie aber immer noch sie selbst ist.

„Ich habe mich vielleicht äußerlich verändert, bin nicht mehr so sportlich und muss mein Leben anders angehen – aber im Endeffekt bin ich trotzdem ich!“

Dieses Umdenken war für sie ein wichtiger Schritt. Sie fängt an, auch das Positive in der Krankheit zu sehen. Das kleine „Warnsignal“, das ihr zeigt, wenn es wieder zu viel wird und sie es lieber etwas langsamer angehen sollte. Mit dem positiven Zugang zu ihrem Körper kommt auch ihr Selbstbewusstsein und das „Wohlfühlen“ in ihrem Körper wieder. Heutzutage ist sie von ihrem Körper beeindruckt, was er jeden Tag leistet.

„Ich glaube das man in jedem Fall einfach dankbar für seinen Körper sein sollte und das was er leistet, denn das was er im Stande ist zu leisten, ist einfach absolut faszinierend.“

Natürlich beeinflusst ihre CED ihren Alltag. Linnéa hat ihre Ernährung umgestellt, trinkt kaum noch kohlensäurehaltige Getränke und muss ihren Tagesablauf teilweise nach der Einnahme ihrer Medikamente richten. Aber für sie überwiegen die positiven Punkte, die sie ihre CED gelehrt hat: mehr auf sich und ihren Körper zu achten, Momente stärker wertzuschätzen und im Allgemeinen die positivere Einstellung zum Leben. Und als Arbeitsmensch, wie sich selbst beschreibt, hat sie noch etwas Wichtiges gelernt, das sie vorher oft nicht getan hat: Nein sagen.  

„Gerade der Punkt „Nein“ zu sagen ist etwas, das sehr sinnvoll und wichtig ist im Leben und wofür ich sehr dankbar bin, dass ich das heutzutage kann.“

Eins ihrer sie leitenden Stichwörter ist Akzeptanz. Den Körper zu akzeptieren wie er ist und ihn ebenso anzunehmen, wenn der Bauch mal etwas gebläht ist. Ihr Wohlfühl-Tipp für alle betroffenen Frauen: in Schwangerschaftshosen sitzt es sich mit Blähbauch am bequemsten. Sie selbst konzentriert sich nur noch auf Projekte, die ihr am Herzen liegen. Gerade im Job ist das für sie mittlerweile einer der wichtigsten Punkte. Für sie gilt, wenn sie Spaß und Herzblut für ein Projekt hat, dann spielt auch in den meisten Fällen ihr Körper mit. Einer der ersten Tipps, den sie anderen Betroffene gibt, ist daher auch: Positiv denken. 

„Das Wichtigste: Ein positives Mindset – einfach auf das Positive konzentrieren, kleine Veränderungen und Erfolge wahrnehmen und den Moment schätzen. Jede Sekunde des Lebens genießen, auskosten und dankbar sein.“

 

Linnéas Profile: 

Facebook: https://www.facebook.com/LinneaTullius/

Instagram: https://www.instagram.com/linneatullius/

 

Zuletzt aktualisiert: 19.05.2020