Operation bringt Lebensqualität zurück

Die meisten Menschen mit einer Colitis ulcerosa reagieren gut auf die genannten Medikamente. Sollten sie aber nicht dauerhaft wirken, können die Chirurgen den Dickdarm vollständig entfernen. Das hört sich vielleicht erst einmal erschreckend an, man kann aber auch ohne diesen Darmabschnitt gut leben.

Eine Operation kann sinnvoll sein, wenn:

  • Medikamente bei schweren Verläufen die Entzündung nicht eindämmen und die Beschwerden nicht bessern können,
  • schwer behandelbare Komplikationen wie Blutungen oder eine Durchlöcherung der Darmwand (Perforation) auftreten,
  • es gegen eine Langzeitbehandlung Kontraindikationen gibt,
  • sich im Darm Anzeichen für einen bösartigen Tumor oder dessen Vorstufen zeigen,
  • das Wachstum bei Kindern durch die medikamentöse Behandlung verzögert ist.

Angesichts der großen Auswahl an wirksamen Medikamenten ist die Operation heute selten geworden.

Eingriff in zwei Schritten

Die Entfernung des Dickdarmes erfolgt in zwei Schritten:

  1. Zunächst entfernen die Operateure die Darmabschnitte über einen Bauchschnitt oder die sogenannte Schlüssellochchirurgie (Laparoskopie). Um einen künstlichen Darmausgang zu vermeiden, achten sie dabei vor allem darauf, dass der Schließmuskel im After unverletzt bleibt.
  2. Als Alternative zu einem künstlichen Darmausgang verbinden die Operateure nun das Dünndarmende mit dem Enddarm samt erhaltenem Schließmuskel. Ein aus dem Dünndarm geformter Schlauch (Pouch) dient als Reservoir für den Stuhl. Der Patient kann mit diesem sogenannten ileoanalen Pouch selbstbestimmt die Darmentleerung vornehmen.

Für schwer Betroffene kann eine Operation viel Lebensqualität zurückbringen. Weitere Hilfe bietet die professionelle psychologische Unterstützung. Sie kann die seelische Belastung minimieren und neue Wege aufzeigen.